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Re: Harley & Ich
Verfasst: Fr 11. Aug 2017, 12:34
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WR: RayC(ID: 143584)
Aktuell noch nicht, da bei uns aktuell aber sowieso total bescheidenes Wetter ist und die Bremsen derzeit auch nicht wirklich aktiv sind, habe ich auch noch nicht weiter danach gesucht. :? Mit unserem selbst gemachten Fliegenspray kommen wir aktuell gut hin und das reicht im Moment auch vollkommen 8-)

Die typischen Farben (Zebra, blau, Sterne, ...) sind auch ehrlich gesagt nicht unbedingt mein Fall. Ich suche eher etwas dezentes in braun oder so, damit es nicht ganz so bescheuert aussieht :roll:
Aber so wirklich habe ich da noch nichts gefunden was mir zusagt und wenn dann kosten solche Decken einfach mal 90€ aufwärts und das gebe ich für einen "Versuch" nicht aus :|

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Re: Harley & Ich
Verfasst: Mo 4. Sep 2017, 16:51
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WR: RayC(ID: 143584)
Puuhh.. schon wieder fast einen Monat her, dass ich was von uns hören lassen habe :? Wird mal wieder Zeit.

Harley und ich waren ehrlich gesagt in der letzten Zeit etwas faul. Das lag aber weniger an Harley, sondern an mir.

Ich war in den letzten 4 Wochen einfach kaum im Stall, weil ich soviel um die Ohren hatte. Kita-Platz für die Kleine suchen (ich habe mittlerweile bestimmt schon 10 Absagen bekommen :x ). Dann war ich erst selber krank, danach war meine Tochter noch krank :cry: - War etwas anstrengend in letzter Zeit. :|

Unser Training für die Zeit bestand eigentlich ausschließlich aus kurzen Bodenarbeits- und Longiersequenzen. Wobei Harley das v/a mittlerweile immer häufiger und länger zeigt und auch sehr oft dabei abschnaubt. Was mein Reiterherz natürlich höher schlagen lässt :D
Zwischen drin waren wir gelegentlich noch gemütlich im Gelände, aber wirklich produktiv waren wir eigentlich nicht. Leider merkt man das auch am Pony. Harley hat körperlich sofort wieder umgebaut und hat deutlich Muskulatur an der Hinterhand verloren und dafür hat sie am Bauch und am Po deutlich mehr Fettpolster als vorher :shock:

Die nächsten Wochen heißt es also wieder aufbauen. Genau aus diesem Grund waren wir gestern nicht im Gelände bummeln, sondern haben uns auf den Platz begeben und gleich wieder mit dem Ernst des Lebens begonnen. Mittlerweile muss ich auch echt sagen, dass mir meine Trainerin total fehlt und ich es schade finde, dass wir noch keinen neuen Reitlehrer für unseren Stall gefunden haben. Ich hätte nämlich eigentlich echt wieder Lust ein bisschen produktiv zu arbeiten und dabei auch von jemanden am Boden unterstützt zu werden.
Hoffentlich findet sich i-wann wieder jemand passendes. :?

Zurück zu gestern:
Als Anfang habe ich direkt erstmal ein paar Hütchen aufgestellt und ein Stangen L.
Harley hat beides super mitgemacht. Das Slalom im Schritt war absolut kein Problem, im Trab schon deutlich schwieriger, da fiel Harley auch leider immer auf die innere Schulter, weil es für sie noch zu kompliziert war. Das Stangen L im Schritt war auch kein Problem, im Trab allerdings ebenfalls zu eng. An solchen Stellen merkt man wie unausbalanciert sie doch noch ist. Das Stangen L habe ich auch noch als Trabstangen genutzt, was Harley ebenfalls ausgezeichnet gelöst hat. Das ist mittlerweile auch kein Problem mehr für sie.
Gestern haben wir auch wieder den Galopp auf dem Platz in Angriff genommen, auf der linken Hand mittlerweile echt super, da schafft sie auch schon eine ganze Runde, die rechte ist allerdings noch sehr wackelig. Meist springt sie da erstmal falsch an und wenn sie richtig ist, schafft sie nur 4-5 Galoppsprünge, aber Übung macht den Meister.
Ich finde es etwas schade das sie beim Reiten das v/a noch nicht oft anbietet und wenn dann nur 1-2 Schritte. Das spricht aktuell auch noch für wenig Losgelassenheit und das sie keine Balance findet. Den Rückwärtsgang und die Seitwärtsgänge verweigert sie aktuell unter dem Sattel auch noch und tut so als hätte sie davon noch nie was gehört, wenn ich aber absteige und beides vom Boden abfrage, macht sie alles auf dem FF. :(
Das hat mich gestern etwas geärgert, aber ich denke das kommt noch. :roll:

Um mich selber im Nachhinein bewerten zu können, habe ich das ganze Spektakel mit meinem Handy aufgenommen. Um euch auch ein wenig daran teilhaben zu lassen habe ich einige Bilder raus geschnitten.
Leider ist die Qualität nicht die beste, da wie bereits erwähnt "nur" aus einem Video geschnitten.

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Re: Harley & Ich
Verfasst: Mo 4. Sep 2017, 16:55
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WR: RayC(ID: 143584)
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Re: Harley & Ich
Verfasst: Mo 4. Sep 2017, 17:59
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WR: RayC(ID: 143584)
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Re: Harley & Ich
Verfasst: Fr 29. Sep 2017, 18:27
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WR: RayC(ID: 143584)
Harley und ich haben uns die letzten Wochen wieder vermehrt mit dem Muskelaufbau beschäftigt. Viel Longieren, viel Bodenarbeit, viele Spaziergänge.
Am Wochenende habe ich mich erstmals wieder auf Harley's Rücken geschwungen und wir waren eine gemütliche Runde im Busch. Unser Begleiter war diesmal meine Hündin Amy. Trotz ihrer Größe hat sie im Trab super mitgehalten - ich war echt begeistert.
Sie ist zwar Pferden gegenüber noch ziemlich ängstlich, aber das legte sich nach und nach und zum Schluss lief sie brav neben Harley her.
Eventuell werde ich sie jetzt öfter mitnehmen zum ausreiten, wenn es so gut klappt. :)

(Meine Hündin fällt gar nicht auf, weil sie so klein ist :lol: )
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Anfang der Woche war ich dann direkt nochmal ausreiten.
Harley war total entspannt und lief schön vorwärts abwärts. Sie war so chillig, dass sie auf unserer üblichen Galoppstrecke nicht mal galoppieren wollte :D

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Danach hatte sie erstmal 2 Tage frei und gestern habe ich dann das longieren mal wieder in Angriff genommen. Gestern wollte ich nun unseren Englisch-Sattel mal wieder raus holen und Harley mit Sattel longieren, da der ja nun auch schon wieder über 3 Wochen nur im Schrank hing.
Satteln war gestern schon eine Zerreißprobe. Harley drehte sich permanent hin und her (was eigentlich gar nicht ihre Art ist) und beim Sattelgurt schließen legte sie die Ohren an und ging rückwärts. :?
Ich dachte "gut ok, du willst nicht reiten, machst den Sattelgurt nur locker zu, sodass er einfach oben bleibt und nicht seitlich abrutscht" - gesagt, getan.
Ich bin dann rüber auf den Platz und merkte schon das Harley ziemlich spritzig war. Sie trabte neben mir, fast auf der Stelle. Auf dem Platz angekommen habe ich sie vorwärts von mir weg geschickt und schon explodierte sie.
Sie bockte wie wild und schlug mit dem Kopf um sich. Rannte im Stechtrab um mich herum, der Kopf gen Himmel wie eine Giraffe. Zwischen drin immer wieder bocken und quieken. Das hatten wir in diesem Ausmaß schon lange nicht mehr.
Ich habe sie dann erstmal beruhigt das sie immerhin erstmal stehen bleibt. Ich habe dann den Sattel runter gemacht und über die Bande gehangen und zack so wie das Ding vom Rücken runter war, war die Situation beruhigt. Harley senkte sofort den Kopf ab und schnaubte. Ich glaube viel deutlicher kann ein Pferd nicht zeigen das der Sattel blöd ist.

Ich habe dann erstmal in Ruhe unser Programm durchgezogen und Harley war auch total super drauf. Sie schnaubte ab, sie kaute, sie war entspannt. Um das Ganze nochmal auszuprobieren, habe ich am Ende den Sattel nochmal auf Harley's Rücken gelegt, ohne den Gurt zu schließen und sofort verspannte sie wieder. Sie drückte den Rücken weg und der Kopf ging nach oben. Ich habe den Sattel natürlich sofort wieder runter genommen und bin zum lockern noch gemütlich einmal die Flussaue rauf und wieder runter gelaufen und danach war ich mit Harley noch ein wenig grasen.
Als wir dann wieder im Stall waren musste Harley noch herhalten zum frisieren - Herbstzeit ist Scherzeit! ;) Dieses Jahr gibt es bei uns Sterne 8-)

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Heute war ich wieder im Stall um etwas zu zirkeln und Bodenarbeit zu machen. Als Test habe ich heute mal den Westernsattel aufs Pony gelegt und damit gearbeitet. War gar kein Problem. Harley blieb am Putzplatz stehen wie ich es gewohnt bin und rührte sich keinen Zentimeter.
An der Longe lief sie super entspannt, teilweise zu entspannt das die Nase fast im Sand schliff :lol:
Das vorwärts abwärts klappt immer besser, mittlerweile kann sie es schon mehrere Runden am Stück halten und bietet sich selber immer öfter an ans Gebiss heran zu treten.

Seit gestern Abend steht für mich fest, das Harley kein englisches Pony ist, sie kann offensichtlich damit nichts anfangen. Der Sattel scheint ihr offensichtlich nicht ideal zu passen. Trotz Sattler der ihn angepasst hat und Osteopathin die ihn abgenommen hat und ihr ok zu beiden Sätteln gegeben hat. :roll:
Unser VS-Sattel wird also definitiv ausziehen und für mich steht fest es wird auch kein neuer mehr einziehen. Die komplette englische Ausrüstung fliegt demnächst raus und dafür kaufe ich mir lieber ein anständiges Sidepull oder Bosal, damit ich Harley auch wieder gebisslos reiten kann.
Nachdem ich mich einmal spontan nach der Bodenarbeit einfach ohne alles auf sie drauf gesetzt habe und sie so 2-3 Runden auf dem Platz geritten bin und sie super lief, weiß ich das sie auch gebisslos geritten werden kann. Am Anfang hatte ich es ja versucht, doch leider wusste sie scheinbar nie wirklich was ich da von ihr wollte und wehrte sich total gegen das billige Test-Sidepull. Durch das Gebiss fiel es ihr scheinbar leichter und war für sie verständlicher, aber als Alternative finde ich gebisslos eine super Sache.

So genug geschrieben. :P Ich freue mich wie immer über Kommentare und Anregungen. :D

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Re: Harley & Ich
Verfasst: Di 3. Okt 2017, 20:20
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WR: RayC(ID: 143584)
Bei uns gibt es schlechte Neuigkeiten :cry:

Am Wochenende wollte ich mit einer Freundin ausreiten gehen, wir haben die Ponys auch fertig gemacht und sind los geritten, allerdings sind wir nicht weit gekommen.

Harley war eigentlich total gut drauf und ging auch super vorwärts, sie ist auch die ganze Zeit vorne weg gelaufen. Auf unserer üblichen Trabstrecke trabte sie auch sofort an und lief locker vorwärts, kurz danach kommt unsere 1. Galoppstrecke - dort angekommen zog Harley auch schon an und galoppierte locker die Wiese hoch. Bis dahin war alles total easy.
Danach geht es einen kleinen Berg runter und ab dort lief Harley ganz komisch. Von jetzt auf gleich stachelte sie total und lief total klemmig, sie drückte sehr offensichtlich den Rücken weg. Mitten auf dem Berg blieb sie dann stehen und drehte sich mit dem Kopf zu mir um. Das ist das Zeichen das ich absteigen soll, habe ich auch sofort gemacht. Ich habe erstmal die Beine und alles kontrolliert, sie hätte sich ja auch i-wo verletzt haben können. Es war aber nichts zu sehen. Dann kontrollierte ich den Sattel, der war aber auch normal, das Pad schlug keine Falten, da war auch nichts zu sehen.
Ich habe sie dann ein Stück im Schritt geführt, am Gangbild änderte sich dadurch gar nichts, allerdings sah ich vom Boden aus das sie in der Hinterhand total wackelig war und sie starkes Muskelzittern an der Hinterhand zeigte..
Ich habe dann sofort den Sattelgurt komplett gelockert und wir sind dann sofort umgelenkt und auf dem schnellsten Weg im Schritt (natürlich geführt) zurück zum Stall. Gott sei Dank waren wir nicht soweit weg und es gab noch eine Abkürzung, sodass wir innerhalb 10-15 Minuten am Stall waren.
Unterwegs fing Harley dann noch total stark an zu schwitzen, trat sich ständig mit den Beinen in den Bauch und schlug mit ihrem Kopf seitlich in den Bauch. Kurz vorm Stall blieb sie noch stehen und legte sich urplötzlich mit Sattel einfach hin. Glücklicherweise konnte ich sie innerhalb von 2-3 Minuten wieder aufraffen und wir konnten den Rest des Weges auch noch bestreiten. Ich habe dann noch direkt meine Tierärztin angerufen, als wir auf dem Heimweg waren und sie hat sich auch sofort auf den Weg gemacht. Harley zeigte typische Koliksymptome, es war wie im Frühjahr, nur das wir da Gott sei Dank nur auf dem Platz waren und nicht im Gelände. :?

Im Stall angekommen habe ich direkt die Anleitung meiner TÄ befolgt und ihr Colosan verpasst, danach hieß es Abschwitzdecke drauf und laufen. Harley war klatschnass! Allerdings wurde es nicht wirklich besser, das Muskelzittern wurde sogar immer schlimmer.
Also habe ich das Laufen nach 10 Minuten abgebrochen und habe sie in den Stall gestellt und gewartet bis die TÄ da war.

Danach stellte sich auch raus das es eine gute Idee war stehen zu bleiben :shock:

Die TÄ hat sie erstmal sediert, weil sie total aufgeregt war und sich nicht untersuchen ließ. Die Untersuchung zeigte eine Kolik, also Schmerzmittel und Entkrampfung. Pferd zum ausnüchtern in die Box.
Da das Muskelzittern nicht besser wurde, hat meine TÄ sich dazu entschieden noch eine Blutuntersuchung & eine Kotuntersuchung zu machen.
Gestern rief sie mich an und teilte mir die Ergebnisse aus dem Labor mit. Die Kotuntersuchung bestätigte eine Kolik und komischerweise waren im Kot von Harley super viele Kohlenhydrate zu finden, obwohl sie eigentlich eine "Low Carb"-Ernährung bekommt :o Also sie wird getreidefrei ernährt und ihr Futter enthält keine Melasse. Sie bekommt nur Gras (wenn denn welches da ist ;) ), Heu satt und ihr getreide- und melassefreies Müsli als "Kraftfutter".
Die Blutuntersuchung bestätigte das Ganze nochmal. Ihre Muskelwerte waren 30-fach erhöht :o
Für alle die davon keine Ahnung haben: Die Muskeln können Kohlenhydrate nicht verarbeiten, also wandelt der Körper es in Glucose um. Glucose wird in die Muskeln transportiert und alles funktioniert. Wenn nicht genug Energie in Form von Kohlenhydraten zugeführt wird (Futter), nimmt der Körper es aus den körpereigenen Fettreserven.
Wenn nun die Arbeit beendet ist und die Muskeln nicht mehr arbeiten, wird die Glucose nicht mehr benötigt und wird vom Körper wieder umgewandelt in Fettreserven und eingelagert für später - und genau dieser Vorgang hat bei Harley nicht funktioniert. Die Kohlenhydrate wurden umgewandelt, es waren offensichtlich aber so viele, das sie teilweise unverdaut wieder ausgeschieden wurden. Glucose wurde in die Muskeln transportiert, allerdings viel zu viel. Die Muskeln übersäuern, Muskelzellen sterben ab, dadurch entsteht dieses Muskelzittern. Die überflüssige Glucose wird nicht zurück in Fettreserven umgewandelt sie bleibt im Muskel und richtet dort riesigen Schaden an.

Das Resultat: Jede Bewegung die Harley macht, veranlasst den Körper weiter Glucose an den Muskel zu liefern, obwohl dort eigentlich schon viel zu viel vorhanden ist. Die Muskeln übersäuern immer mehr.
Einzige Hilfe: Sofort Bewegung einstellen, keine Bewegung mehr. Die Glucose muss erst aus den Muskeln raus. (~> Es war also eine sehr gute Entscheidung das Laufen abzubrechen!)

Die Frage war "Warum passierte das?". Meine TÄ konnte es sich auch nicht erklären.
Als ich abends aus dem Stall Heim fahren wollte, sah ich jemanden an der Koppel stehen, also fuhr ich an den Koppeln vorbei (ich muss eigentlich in die andere Richtung).
Da stand eine Frau und warf i-was über den Zaun. Ich habe angehalten und die Frau zur Rede gestellt. Sie meinte sie füttert die Pferde. Ich habe es direkt unterbunden und ihren Beutel untersucht. Wie sollte es auch anders sein, darin waren Äpfel, Möhren und FRISCHES BROT!!!
Ich fragte sie ob sie das schon öfter gemacht hat, und wie sollte es auch anders sein, sie meinte sie wäre die letzte Woche fast jeden Tag vorbei gekommen und hätte die Pferde gefüttert. :twisted:
Ich habe ihr sofort ans Herz gelegt das zu unterbinden, weil genau deshalb mein Pferd jetzt krank im Stall steht und wenn alles blöd gelaufen wäre, sie auch hätte daran sterben können. Ich hoffe sie hat es verstanden und lässt es in Zukunft. :?:

Unsere heutige Situation: Die letzten Tage waren sehr aufregend. Mittlerweile geht es Harley wieder gut und sie ist wieder einigermaßen fit, zumindest vom Kopf her. Allerdings hat sie immer noch Boxenruhe und soll sich nur so wenig wie möglich bewegen. Meine TÄ hat heute nochmals Blut abgenommen um die Muskelwerte zu kontrollieren und sie meinte das es unnormal ist wie langsam die Werte bei Harley sinken. Normalerweise müssten sie schon deutlich gesunken sein, sind sie aber nicht. Die Werte sind immer noch 25-fach erhöht, sie meinte aktuell diagnostiziert sie es als Kreuzverschlag, da die Koliksymptome auch dazu passen würden. Sie vermutet aber noch mehr dahinter.

Aus gegebenen Anlass habe ich heute noch diverse andere Tests in Auftrag gegeben und hoffe das sich nichts davon bestätigt. Unsere naheliegendste Vermutung wäre PSSM. Da ihre Mutter nicht getestet ist, wäre es also zu 50% möglich. Ich hoffe es aber nicht :?

Bis die Ergebnisse da sind dauert es aber noch einige Tage, vielleicht auch noch bis nächste Woche, wir werden sehen.. Bis dahin muss Harley definitiv erstmal in der Box stehen und wie es dann weiter geht werden wir sehen. :? :roll:


Anbei noch das vorerst letzte Bild von Harley aus Reitersicht. Das Bild entstand übrigens bei dem oben genannten Ausritt am Wochenende :cry:

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Re: Harley & Ich - Unser Leben mit PSSM!
Verfasst: Mo 9. Okt 2017, 22:11
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WR: RayC(ID: 143584)
Harley stand nun die ganze Woche in der Box und musste abwarten bis das Ergebnis aus dem Labor da ist, bis dahin gab es sicherheitshalber nur Heu.
Heute morgen kam dann endlich das lang ersehnte Ergebnis - Harley ist n/PSSM. Das heißt sie ist ein Einzelgenträger und hat den Gendefekt wirklich den ich schon länger vermutet hatte. :cry:
Auf eine Art und Weise bin ich traurig über das Ergebnis, weil es heißt das sie krank ist. Aber auf der anderen Seite bin ich irgendwie auch froh dass das Kind jetzt einen Namen trägt.

Für uns heißt es jetzt komplette Futterumstellung, da ich sie bisher natürlich nicht passend ernährt habe und solche Schübe selbstverständlich nicht weiter fördern möchte. Ich habe mich heute direkt mit einer Futterberaterin in Verbindung gesetzt, die jetzt für uns das Passende raus sucht. Ich hoffe das es nicht allzu lange dauert, damit Harley bald wieder was anderes außer Heu fressen kann.

Nachdem die Diagnose heute kam war ich sofort im Stall und war mit Harley die ersten 5 min grasen, damit sie bald wieder auf die Koppel zu den anderen kann. Für uns heißt es diese Woche noch eine ruhige Kugel schieben und ab dem kommenden Wochenende dürfen wir wieder langsam mit der Arbeit beginnen. Das heißt für uns erstmal 5 min im Schritt longieren oder spazieren gehen und das ganze dann täglich steigern bis wir wieder auf unserem alten Niveau sind.
Für nächste Woche Montag habe ich dann noch direkt einen Termin mit dem Sattler ausgemacht, damit er sich beide Sättel anschauen kann und mir dann genau sagen kann ob (vor allem unser VS-Sattel) sie noch passen..

Wie es dann genau weiter geht wird sich zeigen. Das müssen wir jetzt alles immer sehr spontan nach Harley's täglicher Verfassung entscheiden und uns danach richten.

Wer Fragen zu PSSM hat kann sich selbstverständlich gern hier drunter melden, oder mir per PN schreiben. Und wenn hier jemand mit einem PSSM-erkranktem Pferd als Mitleser sein sollte, der darf mir sehr gerne seine Erfahrungen berichten. ;)

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Re: Harley & Ich - Unser Leben mit PSSM!
Verfasst: Di 10. Okt 2017, 00:04
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WR: Soulmate(ID: 297004)
Oh man, immer scheiße wenn Hotti eine chronische Krankheit hat... Wie sieht den jetzt euer weiterer Verlauf aus? Soweit ich es richtig im Kopf habe ist es eine Muskelerkrankung beim Pferd und du sagst ihr trainiert dann wieder an. Wird sie noch weiter "richtig" belastbar sein oder in manchen Bereichen kürzer treten müssen? Wünsche euch weiterhin viel Kraft auf dem Weg!LG

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Sag mal WR, wo gehen wir hin?

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Re: Harley & Ich - Unser Leben mit PSSM!
Verfasst: Di 10. Okt 2017, 20:51
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WR: RayC(ID: 143584)
Ja ist richtig. Es ist eine Stoffwechselstörung die die Muskeln betrifft.
Schränkt aber an der Leistungsfähigkeit nicht ein. Unser TA meinte auch direkt das es genug Pferde gibt die PSSM haben und im großen Sport laufen.

Man sollte halt einfach darauf achten das man lange Aufwärmphasen hat, mindestens 20-30 min, und das Trocken reiten ist auch ganz besonders wichtig. Am besten beim Aufwärmen und beim Trocken reiten auch die Nierenpartie mit einer Decke wärmen. Die Muskeln sollten niemals auskühlen, zeigt sich bei PSSM Pferden ganz oft in Form von Steifheit oder gar Lahmheit (meist in der Hinterhand).
Dass muss ich bei Harley aber noch genau beobachten, es gibt Pferde die kommen auch so super klar und manche muss man dann eben eindecken. Das wird sich zeigen, ab morgen darf sie erstmal wieder auf die Koppel (ohne Gras) dafür mit ganz viel Heu :D
Für den Notfall habe ich jetzt erstmal eine einfache Regendecke mit 50g Füllung geordert 8-)

Die Fütterung ist halt bei PSSM Pferden ganz, ganz, super, super, mega wichtig. Das wird eine komplette Umstellung für uns. Harley's Hauptfutter ist aktuell Heu, wird es auch ihr restliches Leben lang bleiben. Seit gestern darf sie an der Hand wieder für ein paar Minuten Gras fressen, das steigern wir jetzt bis unsere Herde auf die letzte Koppel für dieses Jahr umgeweidet wird, da darf sie dann stundenweise wieder Gras fressen. Nächstes Jahr müssen wir dann sehen wie wir es genau machen. Das weiß ich ehrlich gesagt selber noch nicht genau :|

Unsere Futterberaterin hat sich heute Mittag direkt gemeldet und hat mir als Kraftfutter Grünhafer empfohlen, wäre für uns von den Inhalten her super geeignet.
1. ist es ein super Energielieferant, Hafer halt. ;)
2. Stärke-, Zucker- und Fructananteile sind sehr, sehr gering im Gegensatz zu anderen Futtermitteln.
3. enthält es noch viele Gräser und Kräuter die allgemein gut für PSSM Pferde sind.
4. es ist "getreidefrei", da der Hafer viel zu früh geerntet ist (daher der Name Grünhafer) und deshalb die Stärke im Getreide noch nicht vorhanden ist.

Für das Mineralfutter wartet sie noch das genaue Blutbild vom TA ab, damit sie genau passend dazu was fertig mischen kann bzw. uns was passendes raussuchen kann. Das wird dann wohl noch ein paar Tage dauern. :roll:

Die typischen Leckerlis wie Karotten & Äpfel fallen für Harley auch weg, da das meiste einfach zu viel Zucker enthält. Die Futterberaterin meinte zwar wenn man einmal im Monat eine Möhre gibt, fällt das Pferd auch nicht tot um, aber wenn man es vermeiden kann, sollte man es auch tun. Brot & Obst jeglicher Art ist aber absolutes Tabu :!:
Ich habe heute auch schon direkt meinen Computer & mein Laminiergerät angeworfen und habe passende Schilder für unsere Koppeln gebastelt, damit auch wirklich keiner mehr irgendwas füttert. Alles was ich jetzt nicht mehr kontrollieren kann, ist absolut sche*** :x

Und was auch super wichtig ist, ist Bewegung. Ein PSSM Pferd gehört jeden Tag nach draußen, besser permanent (Offenstall, Aktivstall, etc). Da das bei uns gegeben ist, ist es absolut kein Problem und wir müssen auch nicht umziehen. 8-) :thumbup:
Boxenhaltung wäre hier absolut fatal und würde von einem Schub zum nächsten führen.
Dazu sollte man auch immer darauf achten, dass das Pferd entsprechend bewegt wird. Dabei meine ich nicht nur auf der Koppel, sondern auch wirkliche Arbeit. Bei PSSM Pferden ist es ganz besonders wichtig das der Sattel zu 1000% passt, weil schon durch minimale Reizungen der Rückenmuskulatur Schübe ausgelöst werden können, daher auch am Montag der Termin mit dem Sattler. Ebenfalls ist es wichtig, das PSSM Pferde wirklich aus der Hinterhand gearbeitet werden und den Rücken anheben, weil oft die Hinterhandmuskulatur bei Schüben betroffen ist und dadurch eben noch mehr leiden würde. Das unser v/a also mittlerweile gut funktioniert ist absolut lobenswert :D

Und ansonsten ist und bleibt sie ein ganz normales Pferd. Unser TA meinte auch das ich mir keine Gedanken machen brauche bezüglich ihrer Alterserwartung. Im Normalfall können PSSM Pferde ein "fast" normales Leben führen und haben auch keine verkürzten Alterserwartungen, wenn man eben auf gewisse Dinge achtet.
Man sollte halt wissen das sie durch die Störung im Kohlenhydratstoffwechsel anfälliger für z. B. Hufrehe sein können, müssen sie aber nicht. Harley hatte bisher ja auch nie Probleme. Man sollte den Hufbearbeiter nur eben darauf hinweisen, dass er auch vermehrt darauf achtet.

Ab dem kommenden Wochenende darf sie erstmal langsam wieder im Schritt für ein paar Minuten gearbeitet werden und dann werden wir sehen wie "schnell" wir voran kommen. Ich versuche euch auf dem laufenden zu halten :)

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Re: Harley & Ich - Unser Leben mit PSSM!
Verfasst: Di 10. Okt 2017, 23:04
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Profil
WR: Ilja(ID: 258316)
Oh, keine schöne Diagnose... aber wenn man weiß wie das Kind heiß, weil da kann man dann was gegen tun.

Mein Herzenspferd hatte auch irgendeine Stoffwechsel/Nervenkrankheit, aber bis zum Schluss konnte uns keiner sagen was. PSSM war sie negativ getestet. Vermutet wurde damals eventuell Ataxie... aber gewusst hat es keiner. Sowas finde ich viel schlimmmer :D Klar ist so eine Diagnose schlimm - aber ihr schafft das!

Und vllt erklärt das ja auch, warum Harley in letzter Zeit immer so negativ auf den VS Sattel reagiert hat.

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Hallöchen :D
Ich züchte Irish Tinker, Deutsche Reitponys und Hannoveraner. Die meisten Pferde sind bei einem entsprechenden Gebot verkäuflich. Immer auch mal wieder andere Rassen vorhanden.

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