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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Fr 27. Mai 2016, 21:20
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WR: Lady Amazia(ID: 216789)
Danke für deinen Kommi, freut mich, wenn mein Geschreibsel jemandem gefällt.

Neuer Teil

Es war noch empfindlich kühl und das Wasser im Hafen schimmerte in den Strahlen der Morgensonne als Elly das Gelände der Marina betrat und sich suchend umsah. Frank hatte ihr nicht gesagt, wo genau sie Glenda finden konnte, nur, dass sie die Syra suchen solle. Fröstelnd schlang sie die Arme um den Körper und machte sich auf die Suche, im Hafen war alles still, auf den Stegen war niemand zu sehen, den sie hätte fragen können. Die Liegeplätze näher am Ufer waren größtenteils von kleineren Booten belegt, da auch die meisten anderen auf solchen Booten lernten, begab sie sich zielstrebig dorthin. Sie war bereits eine Weile erfolglos über die Stege geschlendert, als sie irgendwo hinter sich eine Stimme hörte. „Suchst du vielleicht mich?“ Abrupt sah Elly sich um und entdeckte auf einem der Stege weiter weg eine schlanke Gestalt die zu ihr herüberwinkte. „Glenda?“ „Ja genau, komm rüber.“ Elly winkte zurück und beschleunigte ihre Schritte. Beunruhigt fiel ihr auf, dass sie sich nun auf jenen Stegen befand, an denen die großen Boote lagen und das entsprach ganz und gar nicht ihrer Vorstellung. Glenda empfing sie auf halbem Wege und begrüßte sie freundlich, gemeinsam gingen sie weiter. Ganz selbstverständlich ging Glenda an Bord ihrer Syra und bemerkte im ersten Moment gar nicht, dass Elly ihr nicht mehr folgte. Diese war auf dem Steg stehen geblieben und starrte die Barkasse an. Nein, das lief ganz und gar nicht nach Plan, sie sollte doch ihre Prüfung nicht etwa mit diesem Ungetüm antreten, ihr fiel nicht einmal eine Bezeichnung dafür ein. „Was ist denn los?“ Glenda hatte sich zu ihr umgewandt. „Komm schon, oder willst du Wurzeln schlagen?“ Lachend trat sie an ihre Seite, als sie den Blick ihrer Begleiterin bemerkte. „Hat Frank dich nicht vorgewarnt, das sieht ihm ähnlich. Jetzt komm, du wirst dich schon mit ihr anfreunden.“ Aufmunternd klopfte sie Elly auf den Rücken und ließ sie vor sich an Bord gehen. „Setz dich. Möchtest du was trinken, Tee vielleicht. Kaffee gibt’s bei mir nur türkisch.“ Noch immer etwas überrumpelt ließ Elly sich auf die Bank fallen und nickte nur zum Tee. Sie nutzte die Gelegenheit sich die Frau die ihre Lehrmeisterin sein sollte etwas genauer anzusehen. Es fiel ihr schwer, deren Alter zu schätzen, wahrscheinlich war sie um die Dreißig, ähnlich wie Frank, doch ihre Züge wirkten irgendwie älter. Aufmerksam verfolgte Elly jede von Glendas Bewegungen, sie strahlte eine Ruhe und Kraft aus, die sie faszinierte. Auch die abgetragene Jeans und das weite Shirt, das zahlreiche dunkle Flecken zierten, konnten an ihrer Präsenz nichts ändern. „Wartest du auf eine Fliege zum Frühstück?“ Erschrocken klappte Elly den Mund wieder zu als Glenda sich ihr gegenüber niederließ und zwei Tassen auf dem Tisch abstellte. „Oder entspreche ich so wenig deinen Vorstellungen?“ Um nicht antworten zu müssen, nippte Elly an ihrem Tee, nur um festzustellen, dass dieser viel zu heiß war. „Na gut. Eigentlich ist das ja auch egal. Erzähl mir doch ein wenig von dir, ich muss ja wissen, was du schon kannst und was ich dir beibringen muss.“ Während Elly erzählte, nutze Glenda die Gelegenheit ihr Gegenüber nun ihrerseits genauer zu mustern. Elly wirkte jünger, ihre kurzen Haare waren sorgfältig in Form gebracht, ihre Augen dunkel geschminkt und ihre Kleidung entstammte eher einer noblen Boutique. Irgendwie erschien sie Glenda unsicher, so, als hätte sie sich selbst noch nicht gefunden. „Ich bin ein paar Mal das Boot von meinem Bruder gefahren, er hat ein Schnellboot, mit dem wir auch manchmal Wasserski in unserer Bucht laufen, mehr aber nicht. Er würde mich auch nie mehr lassen als mal ein paar Minuten.“ Sie seufzte. „Aber mein Vater hat mir versprochen, dass ich auch ein Boot haben darf wenn ich den Schein habe, dann möchte ich auch so etwas wie mein Bruder.“ „Hmm.“ Brummelte Glenda vor sich hin. Ellys Bericht bestätigte ihren Eindruck, sie eiferte ihrem Bruder nach, versuchte nach außen ein perfektes Bild von sich zu zeigen aber ihren eigenen Weg hatte sie noch nicht gefunden. „Na gut, dann wollen wir mal, wird Zeit, dass du etwas zu tun bekommst.“

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Mo 25. Jul 2016, 20:31
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WR: Lady Amazia(ID: 216789)
Nach langer Zeits gehts mal weiter...

Elly wollte es Glenda gleichtun, als diese aufstand, doch sie hielt die Jüngere zurück. „Bleib nur sitzen, ich bringe uns erstmal ein Stückchen raus, da hast du mehr Platz dich mit ihr anzufreunden. Also lehn dich zurück und genieße die Fahrt. Ich habe gehört man könnte auch vom Zuschauen lernen.“ Ergeben ließ Elly sich zurücksinken und staunte nicht schlecht darüber, mit welcher Leichtigkeit Glenda in der Enge des Hafens manövrierte. „Das lerne ich doch niemals bis zur Prüfung.“ Ging es ihr durch den Kopf. Warum konnte sie nicht auch auf einem kleinen Sportboot lernen wie die meisten anderen aus ihrem Kurs? „Komm, ich habe eine Aufgabe für dich.“ Glendas Worte rissen sie aus ihren Gedanken. „Du brauchst dich nicht zu bemitleiden, dass ich kein schickes kleines Boot habe, das hilft dir nicht weiter.“ Ellys Augen weiteten sich vor Schreck, waren ihre Gedanken so leicht zu erraten? „Und jetzt such dir einen Platz an Deck und dann versuche alles um dich wahrzunehmen, auch das, was du nicht sehen kannst. Ich sage dir, wenn wir da sind.“ Seufzend trat Elly an Glenda vorbei an Deck, ließ sich am Bug nieder und hielt ihr Gesicht in den Wind. Was sollte das für eine seltsame Aufgabe sein, und wie zum Teufel sollte es sie weiterbringen? Halbherzig beobachtete Elly Himmel und Wellen und hing dabei immer wieder ihren Gedanken nach. Immer wieder musste sie sich zwingen, wach zu bleiben, sie war frühes Aufstehen nicht mehr gewohnt, seitdem sie ihren Schulabschluss hatte. So brauchte sie auch eine Moment, um zu registrieren, dass der Motor nicht mehr lief. Langsam erhob sich Elly und sah sich um. Glenda lehnte im Türrahmen und musterte sie. „Und? Was hast du gesehen und gespürt?“ Sie wollte doch nicht wirklich eine Antwort darauf. Möglichst gelassen trat sie zu Glenda. „Was soll diese Frage? Die Sonne scheint, wir haben Westwind und davon auch nur ein bisschen. Und überhaupt, was soll mir das bringen?“ Ihr genervter Tonfall schien bei Glenda nicht die geringste Wirkung zu haben. „Um das zu sehen, was du mir gerade erzählt hast, brauche ich nicht einmal zum Himmel zu schauen, du hast die Aufgabe nicht ernst genommen, stimmts?“ Seufzend winkte Glenda sie nach drinnen. „Darüber reden wir später. Jetzt bis erstmal du dran.“ Zögernd trat Elly ans Ruder. Eigentlich hatte sie sich vorgenommen, das Ganze wirklich cool zu nehmen, doch es gelang ihr nicht. Hilfesuchend sah sie Glenda an. Die hatte auf genau diese Situation gewartet, trat hinter Elly und begann in Ruhe zu erklären. „So jetzt versuchs mal.“ Aufmunternd klopfte Glenda ihr auf die Schulter. Noch immer nicht ganz ruhig drehte Elly den Zündschlüssel, doch bis auf ein entrüstetes Jaulen geschah nichts. Erschrocken wandte sie sich zu Glenda um. „Hab ich…?“ „Nein, keine Angst, alles in Ordnung, das macht sie manchmal auch bei mir. Den Grund hat bisher keiner gefunden.“ „Na toll, ich freu mich schon auf die Prüfung, da falle ich am Ende durch weil ich nicht vom Steg wegkomme.“ Ellys Augen funkelten wütend. „Wenn Frank mir das gesagt hätte, der kann sich sein Geschenk an den Hut stecken!“ „Jetzt bleib mal ruhig und versuchs einfach nochmal.“ Glenda schien von ihrem Aufruhr kaum Notiz zu nehmen. „Diesmal mit ein bisschen Gas, dann klappt das auch. Sie ist eine alte Lady und will auch so behandelt werden, schau zu, ich zeigs dir.“ Elly hatte sich vorgenommen gehabt, ihre Entrüstung noch ein wenig zur Schau zu tragen, doch die Art mit der Glenda dies einfach ignorierte, brachte sie aus dem Konzept, stattdessen sah sie ihr nun aufmerksam über die Schulter. „Dann nochmal, ganz ruhig, mit Gefühl, dann wird’s auch was.“ Mit zittrigen Händen versuchte Elly alles genau so zu machen, wie sie es gerade gesehen hatte. „Siehst du, geht doch.“ Antwortete Glenda auf das erleichterte Gesicht ihrer Schülerin als die Maschine endlich lief. „Sie lässt sich eben manchmal ein bisschen bitten. Und jetzt spielst du einfach mal ein bisschen mit Tempo und Ruder, damit du ein Gefühl für sie bekommst. Ich sag erstmal nur was, wenn etwas ganz falsch wird.“

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Mi 7. Sep 2016, 20:28
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WR: Lady Amazia(ID: 216789)
Mal wieder ein neues Stückchen.

Scheinbar völlig entspannt ließ sie sich auf der Türschwelle nieder und ließ ihren Blick über die weite Bucht schweifen, sie brauchte Elly nicht zu sehen, um zu wissen was sie tat und auf welche Weise. Die Bewegungen der Syra unter ihr und ihr Gehör verrieten ihr bei Weitem genug. Eine gute halbe Stunde blieb sie nahezu reglos sitzen und ließ ihre Schülerin machen. Elly hatte schon fast vergessen, dass Glenda noch immer neben ihr saß, umso erschrockener war sie, als diese sich plötzlich zu ihr umwandte. „Du kannst sie ruhig mal laufen lassen, keine Angst du wirst nicht gleich am Ufer ankommen und du solltest wissen, was sie bei voller Kraft läuft.“ Elly brauchte einen Moment, um sich wieder zu fangen. „Aber wie kannst du, du hast doch nicht einmal hergesehen?“ Ihr verunsicherter Ausdruck ließ Glenda schmunzeln. „Ich kenne mein Schiff seit vielen Jahren, ich höre wie schnell du sie laufen lässt und ich spüre wie du steuerst, auch ohne die Richtung zum Ufer zu sehen.“ Mit einer einzigen fließenden Bewegung stand Glenda auf und trat hinter sie. „Und jetzt lass sie mal gehen.“
Elly verbrachte fast den ganzen Tag bei Glenda an Bord, erst am späten Nachmittag kehrten sie in den Hafen zurück und Elly verabschiedete sich. „Du kannst am Montag Abend wieder kommen, da habe ich Zeit.“ Elly wandte sich noch ein paar mal um während sie über die Stege davonging. Sie konnte es noch nicht so richtig fassen, dass sie am Ende des Tages wirklich die ersten Prüfungsmanöver sauber hinbekommen hatte.

Nachdem Elly gegangen war, ließ sich Glenda mit einer Schale Himbeeren und einem Glas Wasser an Deck nieder, sie war es nicht gewohnt, den ganzen Tag jemanden mit an Bord zu haben und froh, jetzt wieder allein zu sein. Nicht zuletzt, weil es einige Dinge gab, die sie Elly nicht unbedingt merken lassen wollte. Mit einem Seufzer legte sie sich auf den Rücken und schloss die Augen, spürte dem Gefühl tief in ihrem Inneren nach. So fand sie Frank, als er am frühen Abend kam, um sie zu besuchen. Im ersten Moment glaubte er, Glenda würde schlafen, doch dann bemerkte er, dass sich ihre Lippen bewegten. Einen Augenblick blieb er stehen und versuchte ihre Worte an den Lippen abzulesen, gab es jedoch schnell wieder auf und rief stattdessen leise. Erschrocken setzte Glenda sich auf, sie hatte keine Ahnung wie spät es war. „Hilfst du mir? Ich will für morgen noch das Vorsegel austauschen.“ Glenda brauchte einen Moment, ehe sie sich ganz gefasst hatte und aufstand um ihrem Freund zu helfen. „Na klar, legen wir los.“ „Hast du vorhin eigentlich geschlafen?“ Fragte Frank sie irgendwann während der Arbeit. „Nein, ich war nur müde nach dem Tag mit Elly?“ „Hmm.“ Machte Frank nur. „Deinen Lippen nach hast du ja eher ein angeregtes Gespräch geführt.“ Fragend sah er sie an. „Ich könnte jetzt ja sagen, aber ich weiß nie so ganz, ob du mir das wirklich glaubst.“ Ihr Tonfall war leise, so als wollte sie nicht wirklich, dass er ihre Antwort verstand. „Nach allem, was du schon getan hast, wie sollte ich dir nicht glauben?“ Er lief das Segel einen Moment los und legte ihr einen Arm um die Schulter. „Auch wenn ich nicht weiß, wie sich das anfühlt, was du spürst, ich glaube dir. Niemand würde sein Leben der Suche nach einem Schiff verschreiben, wenn er nicht genau wüsste, dass er es erkennen wird, wenn er es findet. Glaube mir, ich wünsche mir so sehr, dass du Erfolg hast. Alles was du sagst und tust, in jedem Wort höre ich deine Liebe zu diesem Schiff, wenn du es nicht schaffst, dann zweifle ich daran, dass es überhaupt möglich ist.“ Mit einem Seufzen brach er ab, er hatte mehr gesagt, als er gewollt hatte, viel mehr.

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: So 9. Okt 2016, 22:43
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Die Geschichte ist total schön. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Ich wünsche mir so sehr, zu erfahren ob sie es schafft ihr schiff irgendwann wieder zu finden. Ich finde du kannst gut schreiben. Sie ist spannend, mal auch traurig. Im anderen Moment fröhlich.
Lg Ronja2015 ♥

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Wenn der Mensch es geschafft hat, eine große Eroberung zu machen, dann ist es die, das er sich das Pferd zum Freund gewonnen hat.


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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Mi 30. Nov 2016, 21:40
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WR: Lady Amazia(ID: 216789)
Danke Ronja,
nach langer Zeit ist mal wieder ein kleines Stück entstanden.

Der nächste Morgen begrüßte sie mit einer zarten Nebelschicht über dem Wasser, es war fast vollkommen windstill und über dem Hafen lag eine fast gespenstische Ruhe. Sie fröstelte, als sie über die Stege zum Haupthaus ging um zu duschen. Der Sommer war noch weit und es war noch empfindlich kühl am Morgen.
Nur wenig später war sie auf dem Weg zu Duncan, der sie wie immer schon erwartete. „Heute holst du sie dir.“ Begüßte sie der Alte. „Die Großen werden bei dem bisschen Wind nicht so recht vorankommen.“ Sein Lächeln entblößte einen Goldzahn, der kurz in der Morgensonne aufblitzte. „Ich werds versuchen. Noch besser wäre es, wenn du heute mitfährst, allein kann ich nicht mit Gennaker fahren und das werden die meisten heute mit Sicherheit tun.“ „Hmm.“ Machte der Alte mit wenig aufschlussreicher Miene. Einen Moment ließ er seinen Blick über das Wasser gleiten, bevor er antwortete. „Gut, aber du bist Skipper.“ Glenda nickte und sah kurz auf die Uhr. Es war noch früh und bis zum Start noch genug Zeit, einige Manöver zu üben. Sie waren zwar öfter zusammen gesegelt, doch meist hatte Duncan sie nur begleitet, da die Obsidian einhand gut zu führen war. Glenda machte sich nichts vor, sie beide als eingespieltes Team zu bezeichnen wäre weit gefehlt. Umso mehr mussten sie die Zeit nutzen, die ihnen bis zum Start blieb. So kam es, dass sie erst kurz vor dem Start im Hafen von Jericho Beach festmachten und Glenda mit langen Sprüngen zum Hauptgebäude sprinten musste, um sie noch rechtzeitig zu melden. Das Meeting vor dem Rennen hatten sie ohnehin bereits verpasst, sodass sie sich mit einer Skizze des Kurses auf einem der Aushänge begnügen musste. „Alles klar, kennst du den Kurs?“ Fragend sah Duncan sie an, als sie zur Obsidian zurückkehrte. „Wenn sich nichts mehr geändert hat, seitdem die Aushänge raus sind, dann ja. Aber wird schon schiefgehen.“ Mit einem schiefen Lächeln kam sie an Bord.
Wie beim letzten Mal positionierte Glenda sich beim Start auch diesmal am äußeren Rand des Feldes, in der Hoffnung, am Anfang freie Bahn zu haben. Doch diesmal ging ihre Rechnung nicht auf und es war ausgerechnet die Windhoever, die sich noch kurz vor dem Startsignal genau auf ihren Kurs schob. „Dich kriegen wir.“ Glendas Flüstern ging im Rauschen des Wassers unter. Ähnlich wie beim ersten Mal hatte sich das Feld bald auseinandergezogen, doch diesmal fehlten die große Julietta und Drakes große Jacht an der Spitze, sie waren im leichten Wind dieses Tages im Nachteil.
Zwischendurch hatte Duncan immer wieder die Gelegenheit, Glenda genau zu beobachten und mehr als einmal fiel ihm auf, dass sie mehr wusste, als sie selbst sehen und spüren konnte. Es waren nur Nuancen, sie reagierte eine Winzigkeit zu schnell, änderte manchmal den Kurs, wie es ihm schien völlig widersinnig, nur damit sich Sekunden danach herausstellte, dass sie damit nur einer Änderung der Bedingungen vorgegriffen hatte, die sie selbst noch gar nicht hätte wahrnehmen dürfen. Ja, wer wusste, worauf er zu achten hatte, würde erkennen, dass sie und seine Obsidian mittlerweile mehr als nur ein gutes Team waren, sie waren zu einer Seele in zwei Körpern geworden. „Klar zur Wende!“ Glendas Kommando riss ihn aus seinen Gedanken und er blickte nach vorn. Die Wendemarke lag kurz vor ihnen und mit ihr die Windhoever. „Klar! Jetzt haben wir sie gleich.“ Beinahe hätte er die Spitze der Tonne mit der Hand berühren können, so eng nahm Glenda die Wende. Die letzte lange Gerade lag vor ihnen und Duncan stellte schnell fest, dass die Windhoever nicht mehr die Spur einer Chance hatte. Glendas schnelle Wende hatte sie endgültig in Schlagdistanz gebracht und seine leichte Obsidian hatte im leichten Wind des Tages einfach einen zu großen Vorteil. Auf halber Strecke vor dem Ziel zogen sie vorbei und Glenda sicherte sich ihren ersten Sieg.

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Do 16. Feb 2017, 10:45
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WR: Lady Amazia(ID: 216789)
Mal wieder ein Stückchen

„Ab heute musst du dich in Acht nehmen,“ raunte ihr Robert nach der Siegerehrung zu. Fragend sah sie ihn an. „Dass du Hancock beim ersten Mal geschlagen hast, konnte er noch als Zufall abtun, nicht aber ein zweites Mal. Er weiß jetzt, dass du gefährlich bist und Drake auch.“ Roberts ernstes Gesicht verwunderte Glenda. „Sie werden wachsamer sein in den nächsten Läufen, das ist mir schon klar.“ „Das meine ich nicht.“ Er nahm sie am Arm und ging mit ihr ein Stück abseits der Menge. „Für diese Leute ist das hier nicht nur ein Cup, es ist seit einigen Jahren so etwas wie ein privater Wettstreit und du passt nicht in ihre Vorstellungen und zu den von ihnen akzeptierten Kreisen gehörst du schon gar nicht.“ „Ja und, du bist ja auch kein Ölmulti.“ Grinsend sah sie ihn an. „Das nicht aber ich hatte den Cup schon gewonnen, bevor sie das erste Mal gestartet sind, ich gehöre sozusagen zum Inventar.“ In einer nervösen Geste hob Robert die Hände. „Versteh doch! Die schrecken vor nichts zurück um dich aus dem Rennen zu werfen, wenn sie ihre Ziele in
Gefahr sehen. Bitte, pass gut auf dich auf.“ Er sah sie so eindringlich an, dass Glenda ihm langsam glaubte. Drake konnte sie nicht wirklich einschätzen, doch sie hatte bereits erlebt, wie unangenehm Hancock werden konnte. „Ich werde aufpassen. Versprochen.“ Sie versicherte es ihm nicht ganz ohne Zweifel.

In den nächsten Wochen ertappte sie sich immer wieder dabei, wie sie Hancocks Jacht beobachte, nur um zu sehen, dass nichts ungewöhnliches vor sich ging. Hancock war unverändert unfreundlich zu ihr, auch, nachdem sie ihn in einem weiteren Rennen geschlagen hatte. Jetzt musste sie nur noch einmal eine Platzierung in den Punkten erreichen um im Finale um den Cup segeln zu dürfen. Duncan versuchte seine Freude darüber zu verbergen, doch wann immer er sich unbeobachtet fühlte, stahl sich ein seliges Lächeln auf seine Lippen. Elly besuchte Glenda mittlerweile mehrmals in der Woche und wurde allmählich immer sicherer. Es hatte eine Weile gedauert, ehe Glenda auf ihre Frage: „Und, was hast du gespürt?“ keine genervte Reaktion mehr erhielt, sondern eine echte Antwort. Aus diesem Grund beschloss Glenda, ihre Schülerin einzuladen, sie auf ihrem nächsten Törn zu begleiten. Sie hatte sich die nächste Woche Urlaub genommen um vor dem Qualifikationsrennen noch einmal etwas Ruhe zu haben. Nun hatte sie beschlossen, dass es für Elly eine wertvolle Erfahrung sein würde, einmal wirklich draußen unterwegs zu sein.
„Du willst mich wirklich mitnehmen?“ Elly war ehrlich erstaunt über das Angebot. „Du wirst keine bessere Gelegenheit bekommen, dein Können zu testen.“ Aufmunternd sah Glenda sie an, als sie die Unsicherheit im Gesicht ihres Gegenüber sah. „Keine Sorge, wir überqueren ja nicht gleich den Pazifik.“
Die Sonne war noch gar nicht richtig aufgegangen, als Elly am Samstagmorgen ihre Tasche über die Stege zur Syra schleppte. Glenda war schon lange munter und steckte gerade mit dem Oberkörper in der Luke am Heck. „Einen Moment, bin gleich da!“ Elly stellte ihre Tasche ab und wartete, bis Glenda aufgestanden war und sich die Hände an einem öligen Lappen abgewischt hatte. „Wie lange willst du bleiben? Drei Wochen?“ Grinsend sah Glenda auf die große Reisetasche. „Ähh, naja, ich weiß ja noch nicht so genau, was ich alles brauche.“ Gab Elly zu. „Dann mal los, du kannst achtern schlafen, da ist auch Platz für deine Sachen. Während Elly sich daran machte, sich einzurichten, steuerte Glenda ihre Syra aus dem Hafen.
Am Anfang hatte Elly ein merkwürdiges Gefühl in der Magengegend, was würde sie erwarten, eine Woche allein mit Glenda, die sie trotz allem noch immer ein wenig seltsam fand. Bewusst ließ sie sich Zeit, ihre Sachen zu verstauen und kletterte erst zu Glenda hinauf, als sie sich sicher war, dass diese ihr ihre Gefühle nicht ansehen würde. „Wo solls denn hingehen?“ Elly versuchte, ihre Frage möglichst beiläufig klingen zu lassen. „Erstmal nach Saltspring Island, da setzen wir uns dann mal zusammen über die Karten. Aber erstmal kennst du deine Aufgabe.“
Eine Weile lang genoss Elly am Bug sitzend einfach die Sonne, bevor sie ernsthaft begann, Himmel und Wellen zu beobachten. Trotz des schönen Wetters lagen die Inseln in leichtem Dunst verborgen und am Horizont lag eine dunklere Wolkenschicht. Der leichte Wind trug eine Ahnung von Regen heran, so als hätte es auf den Inseln weiter draußen bereits geregnet und nun spürte sie in der Luft den Geruch feuchten Bodens. „Meinst du, es wird auch bei uns regnen?“ Ohne Glendas übliche Frage abzuwarten trat sie neben ihre Lehrerin. „Du hast gut beobachtet.“ Anerkennend nickte Glenda. „Und ja, ich gehe davon aus, dass wir im Regen anlegen werden.“ Sie hatten Vancouver bereits ein gutes Stück hinter sich gelassen, als Glenda Elly das Ruder übergab. „Ich geh kurz runter und mache mir einen Tee. Magst du auch einen?“ „Ja aber ich kann doch noch nicht… wäre es nicht besser wenn ich runter gehe?“ Unsicher trat Elly von einem Fuß auf den anderen. „Ich glaube sehr wohl, dass du mal für ein paar Minuten allein den Kurs halten kannst. Wenn was ist ruf einfach.“ Damit war Glenda im Niedergang verschwunden und ließ ihr damit gar keine andere Wahl. Elly hatte schon nach wenigen Minuten das Gefühl, schon eine Ewigkeit allein am Ruder zu stehen. Zu allem Überfluss setzte, kaum war ihre Lehrmeisterin weg ein leichter Sprühregen ein, ein Vorbote des schlechten Wetters. Der Wind frischte auf und nur einen Moment später hatten Regen und Dunst den Horizont verschluckt und in eine graue Masse verwandelt. Die Inseln, die Elly bisher als Orientierungspunkte gedient hatten, verschwanden im trüben Grau.
Glenda war die Entwicklung auch unter Deck nicht entgangen, sie hörte die leisen Tropfen des Regens auf dem Deck und spürte die Veränderung im Wellengang. Ganz bewusst blieb sie trotzdem ersteinmal unten am Herd. Sie wollte, dass Elly selbst ein Gefühl dafür entwickelte, wann sie Hilfe brauchte, denn ihre noch jugendliche Selbsteinschätzung pendelte zwischen totaler Unsicherheit und selbstbewusster Selbstüberschätzung hin und her.
Oben am Ruder wurde diese derweil immer nervöser, sie war nicht mehr sicher, wirklich noch auf dem richtigen Kurs zu sein. Glenda hatte zwar mit ihr geübt, diesen auch nach Kompass zu halten, bisher aber nur im ruhigen Wasser, jetzt pendelte die Nadel bei jeder neuen Welle von einer Seite auf die andere. „Glenda! Kannst du bitte hochkommen!“ „Komme!“ Schnell griff sich Glenda die beiden Tassen und ging die schmalen Stufen nach oben. „Ich habs unten schon gemerkt, kam schneller als gedacht.“ Erleichtert wollte Elly Glenda sofort das Ruder überlassen, diese wehrte jedoch ab. „Ich bin jetzt doch dabei, du willst es lernen.“ „Aber ich kann bei den Wellen nichtmal richtig den Kurs halten.“ Resigniert zuckte Elly mit den Schultern. „Und wenn das so ist, was versuche ich dann als erstes?“ Völlig selbstverständlich griff sie an Elly vorbei um die Drehzahl zu erhöhen. „Mir würde es auch schwerfallen den Kurs zu halten wenn ich mit meinem gemütlichen Hafentempo gegen Wind und Wellen fahren muss. Da hättest du aber auch…“ „...selbst drauf kommen können, ich weiß.“ Elly seufzte. „Ich lern es nie, sprich es ruhig aus.“ „Aber natürlich wirst du es lernen, was glaubst du, warum ich dich mitgenommen habe.“ Elly zuckta darauf nur wieder mit den Schultern. „Ganz einfach weil es zwei völlig unterschiedliche Dinge sind, die paar Prüfungsmanöver im ruhigen Hafen zu fahren und sich hier draußen sicher zu bewegen und das alles auch dann noch hinzubekommen, wenn das Wetter nicht mitspielt. Die Prüfung würdest du nämlich mittlerweile problemlos bestehen.“ „Wirklich.“ Fassungslos sah Elly Glenda an. „Aber, dann müsstest du doch gar nicht mehr deine Zeit für mich opfern.“ „Ich tue es aber gern, ganz einfach weil die Prüfung zu bestehen nicht gleich Können ist, das hast du ja gerade gemerkt. Und ich bin lange genug hier draußen um zu wissen, wie gefährlich die See sein kann. Als Frank mich bat, dich zu unterrichten, hat er genau gewusst, dass ich dich auch das lehren werde.“ Elly fühlte eine Hand auf ihrer Schulter.

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 16:59
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WR: Lady Amazia(ID: 216789)
Ein paar Stunden später erreichten sie Saltspring Island, der Regen war weitergezogen und die Landschaft glänzte noch nass vom Regen in der Sonne. Glenda wusste, dass der kleine aber gut geschützte Hafen sehr eng war und deshalb selbst das Ruder übernommen. Elly stand am Bug, bereit, beim Anlegen zu helfen. Allerdings hielt sie nicht nur nach einem Liegeplatz Ausschau, sondern auch nach anderen jungen Leuten. Sie musste zugeben, dass sie sich noch immer etwas schämte, mit der Syra in einen Hafen zu kommen, diese passte schlichtweg einfach nicht in die Vorstellungen ihres Freundeskreises, was denn ein gutes Boot war. So ertappte sie sich immer wieder dabei, sich ersteinmal schnell abzuwenden, wenn sie andere junge Leute im Hafen sah. Glenda blieb das natürlich nicht verborgen, sie ignorierte es jedoch.
Kaum hatten sie angelegt, machte Glenda sich auf den Weg zum Hafenbüro während Elly erst einmal an Bord blieb um sich zu schminken. Sie hatte beim anlegen zwei junge Männer gesehen, die an einem der Boote arbeiteten und hatte beschlossen, Bekanntschaft zu schließen.
Schnell musste sie feststellen, dass zu den beiden noch mehr junge Leute gehörten, die sich unter einem Dach am Rande des Hafens versammelt hatten. Kaum war Elly in den Schatten unter dem Dach getreten, richteten sich alle Augen auf sie. Unsicher rettete sie sich in ein schüchternes „Hi!“ „Du kommst nicht von hier oder? Zumindest habe ich dich noch nie hier gesehen.“ Eines der Mädchen rückte etwas zur Seite, sodass Elly sich neben sie auf die Lehne der Bank setzen konnte. „Nein, wir sind gerade erst angekommen und bleiben auch nur bis morgen.“ Bald war Elly ins Gespräch verwickelt und merkte gar nicht, dass die beiden jungen Männer vom Steg zurückgekommen waren. Die beiden schauten sie kurz an, beachteten sie aber nicht weiter. So verging der Nachmittag für Elly im Flug. Als sie darauf angesprochen wurde, mit wem sie hier war, behauptete sie kurzerhand, Glenda wäre ihre Tante. Erst als sie in der Dämmerung an Bord zurückkehrte, wurde ihr klar, dass sie diese kleine Notlüge ganz und gar nicht unangenehm fand und irgendwie stimmte es ja sogar, schließlich war sie die Freundin von Frank.

Die Tage vergingen für Elly wie im Fluge, Glenda ließ sie mehr und mehr allein fahren und überließ ihr auch in den Häfen immer öfter das Ruder. Am Morgen des beinahe schon vorletzten Tages erwachte Elly erschrocken vom Heulen des Windes. In den letzten Tagen war es ruhig gewesen und die Sonne hatte sie von einem strahlend blauen Himmel herunter begleitet. Jetzt hörte sie das Prasseln des Regens auf dem Deck und spürte, dass die Syra selbst im Hafen in ständiger Bewegung war. Trotzdem stand sie auf um einen Blick nach draußen zu werfen, nur um festzustellen, dass es noch weit schlimmer aussah, als sie vermutet hatte. Der Regen kam fast waagerecht und selbst im offenen Vorhafen hatten die Wellen weiße Schaumkronen. Glenda schien nicht an Bord zu sein, denn der vordere Niedergang war offen und sie konnte sehen, dass die schmale Tür zur Kajüte offen stand und mit den Bewegungen der Syra hin und her schwang. In der festen Annahme, dass sie heute im Hafen bleiben würden, kroch Elly zurück unter ihre Decke.
Sie war gerade wieder eingenickt, als sie Glenda polternd an Bord kommen hörte. „Hey, bist du wach? Zeit fürs Frühstück.“ Wie konnte diese Frau nur so fröhlich sein, wo doch draußen Weltuntergangswetter war. „Hmmm komme.“ Grummelnd suchte Elly im Halbdunkel nach ihren Sachen und zog sich rasch an. Eine Hand sichernd an der Wand trat sie zu Glenda in die kleine Pantry. „Was machen wir heute? Kreuzworträtsel? Oder sehen wir uns die Stadt an? Ich würde auch im Bett bleiben, bei dem Wetter.“ Sie versuchte zu Grinsen, so richtig wollte es ihr jedoch nicht gelingen. „Ich dachte du wolltest noch nach Port Angeles deine Freundin besuchen bevor wir zurückmüssen?“ Fassungslos starrte Elly ihre Lehrmeisterin an, als hätte diese mit ihrer Antwort gerade einen Geist beschworen. „Was ist los, sind mir Eselsohren gewachsen?“ Lachend machte Glenda sich daran Öl in eine Pfanne zu gießen. „Du magst doch auch Pancakes oder?“
„Du willst da rüber, bei dem Wetter? Das ist doch lebensmüde.“ Noch immer hatte Elly sich nicht ganz gefasst. „So schlimm ist es nun auch wieder nicht, wir halten erst auf New Dungeness und drehen dann Richtung Port Angeles, dann haben wir den Wind nicht von der Seite. Keine Angst, ich weiß was mein Mädchen kann.“ „Aha.“ Elly war wenig überzeugt. „Aber jetzt gibts erstmal Frühstück und dann fahre ich noch rüber zum Bunkern.“ Glenda reichte ihr einen Teller und begann, sich selbst einen zweiten zu füllen. „Hey, nun mach nicht so ein Gesicht. Besser du erlebst deinen ersten Sturm mit jemand Erfahrenen an deiner Seite als irgendwann womöglich allein.“
Wirklich genießen konnte Elly ihr Frühstück nicht und sie war froh, als auch Glenda fertig war und sich das Unvermeidliche nicht länger hinauszögerte. „Zieh dir deine Weste über wenn du an die Leinen gehst, heute ist es selbst im Hafen rau.“ Elly nickte nur, nahm ihre Jacke und eine der Rettungswesten vom Haken. Während sie sich fertig machte, sicherte Glenda alles, was nicht ohnehin verstaut oder befestigt war. „Fertig?“ Kurz sah sie Elly an. Die nickte nur, schob die Tür auf und trat hinaus in Regen und Wind. Per Handzeichen gab Glenda ihr zu verstehen, dass sie zuerst vorn losmachen sollte. Sie spürte, wie das Deck unter ihren Füßen erzitterte, als Glenda die Maschine startete. Elly brauchte einen Moment um die regennassen Leinen zu lösen und blieb danach an Deck stehen um im Notfall zu helfend zugreifen zu können. Schnell stellte sie fest, dass sie das aber wohl nicht tun musste. Glenda bewegte die Syra mit einer Ruhe durch den Hafen, als wären Wind und Wetter völlig egal. Ein Handzeichen von Glenda rief sie an die Tür. Um nicht zu viel Regen hereinzulassen, steckte Elly nur den Kopf durch den Türspalt. „Häng steuerbord die Fender raus. Die Bunkerstation liegt in Lee, da drückt uns der Wind voll drauf.“ Elly nickte, angelte nun doch noch schnell nach ihren Handschuhen und verschwand wieder nach draußen. Kaum war sie mit allem fertig bekam sie eine eindrucksvolle Vorstellung von dem, was Glenda prophezeit hatte. Kaum hatten sie sich der Kaimauer genähert, spürte Elly, dass die Maschine jetzt rückwärts lief. Glenda musste nichts dafür tun, der Mauer näher zu kommen, sie musste im Gegenteil sogar rückwärts fahren, um die Wucht zu bremsen mit der der Wind sie schob. Elly atmete erleichtert auf, als sie endlich die Leinen fest hatten. Unter der Jacke rann ihr der Schweiß herunter und wieder einmal wurde ihr klar, wie viel sie noch zu lernen hatte, denn sie musste sich eingestehen, dass sie unter diesen Bedingungen wahrscheinlich nichteinmal hätte ablegen können, vom Anlegen an der Mauer ganz zu schweigen.
„Sie wollen wirklich bei dem Wetter raus?“ Der Mann an der Bunkerstation schien ähnlich überrascht wie Elly am Morgen. „Wir wollen nach Port Angeles rüber und so schlimm ist es ja auch wieder nicht.“ „Naja, wenn sie meinen, dass der alte Kasten das schafft.“ Achselzuckend nahm der Mann von Glenda die Bezahlung für den Diesel in Empfang. „Normalerweise ist das die Art von Bemerkung, bei der ich wütend werde, aber das spare ich mir heute. Ja sie ist alt, aber glauben sie mir, es gibt in diesem Hafen neben ihr nur eine handvoll Schiffe, mit denen ich heute da rausfahren würde. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag.“ Damit verschwand sie nach draußen. „Wie kommen wir hier eigentlich wieder weg bei dem Wind?“ Elly stand mit zweifelndem Blick auf dem Kai. „Wir nehmen die Spring, damit wird es gehen. Zieh dir Handschuhe an, sonst holst du dir Blasen am Tau.“ Elly sah von ihrem Posten aus, dass sie von der Bunkerstation aus aufmerksam beobachtet wurden und ihr entging auch der zweifelnde Blick das Mannes nicht. Sie musste feststellen, dass sie Genugtuung dabei empfand zu sehen, wie dessen Miene immer erstaunter wurde, als sich die Syra tatsächlich Stück für Stück vom Kai löste.
Elly blieb an Deck stehen, bis der Kai im Dunst nur noch verschwommen zu erkennen war. Dann rollte sie schnell die Leinen auf und verstaute sie in der Deckskiste. „Alles sicher. Kann losgehen.“ Meldete Elly als sie nach drinnen zurückkam. Fröstelnd entledigte sie sich ihrer Jacke und blieb neben Glenda stehen. Kaum hatten sie den Schutz des Hafens endgültig verlassen, musste Elly sich mit beiden Händen festhalten, bei jeder Welle, hatte sie das Gefühl, der Bug würde beinahe senkrecht nach oben steigen, nur um danach wieder in die Tiefe zu stürzen. „Dann wollen wir mal, was Mädchen, wir haben lange nicht mehr so einen Spaß gehabt. Jetzt wirst du gleich sehen wie sie laufen kann.“ Mit voller Kraft ließ Glenda ihre Barkasse gegen die Wellen laufen, dabei änderte sie kaum merklich den Kurs, sodass die Wellenkämme nun leicht schräg von vorn kamen. Elly hielt sich noch immer mit aller Kraft fest, stellte aber schnell fest, dass das wilde Bocken vom Anfang tatsächlich aufgehört hatte. Deutlich sah sie das Lächeln in Glendas Gesicht. Diese Frau hatte tatsächlich Spaß bei diesem Wetter. „Na willst du mal?“ Einladend hielt Glenda ihr die Hand hin. „So schnell bekommst du nicht wieder die Gelegenheit dich bei solchen Verhältnissen zu probieren.“ Schnell ergriff sie Glendas Hand denn sie fühlte sich doch recht unsicher auf den Beinen. Diesmal blieb Glenda direkt hinter ihr stehen, bereit jederzeit ins Ruder zu greifen. Immer wieder half sie Elly den Kurs zu korrigieren, denn auch wenn die Syra jetzt ruhiger gegen die Wellen lief, fiel es der noch Unerfahrenen doch schwer den Kurs wirklich einzuhalten. Dafür stellte Elly bald fest, dass ihre anfängliche Angst verschwunden war. Sie konnte zwar keinen wirklichen Spaß an dem Auf und Ab finden wie Glenda, doch sie hatte allmählich das Gefühl, dass diese Bedingungen wirklich kein Problem für die alte Syra waren. „Jetzt lass mich erstmal ran. Den Kurs können wir nicht länger halten, sonst kommen wir nicht nach Port Angeles. Ab jetzt werden wir Wind und Wellen von hinten haben. Halt dich fest.“ Elly tat wie geheißen und trat wieder neben Glenda. Sie sah, wie diesmal auch ihre Lehrmeisterin nach sicherem Stand suchte, bevor sie in einem Schwung den Kurs änderte, genau in dem Moment, in dem sich der Bug der Syra hob. Glenda erlaubte er der Dünung, den Bug ihrer Barkasse in die neue Richtung mitzunehmen. Die Syra legte sich dabei auf die Seite, bis Glenda sie mit Schub von der Welle holte. Elly schrie kurz erschrocken auf, als sich der Boden unter ihr neigte. „Ich hab ja gesagt, halt dich fest.“ Glenda grinste. „Aber keine Angst, das wars schon.“ „Puh.“ Erleichtert atmete Elly aus. „Ich dachte schon gleich wars das.“ „Keine Sorge, wenn es wirklich brenzlig wäre, dann wäre ich kaum so ruhig. Und jetzt darfst du gern wieder.“ Elly stellte schnell fest, dass es sich völlig anders anfühlte, wenn die Wellen von hinten kamen, sie sah sie nicht kommen und es ruckte jedesmal unangenehm in ihrer Magengegend, wenn eine neue Woge zuerst das Heck anhob. Glenda zeigte ihr, wie sie das Tempo anpassen konnte, um möglichst lange mit einer Welle mitfahren zu können, bevor diese doch unter der Syra hindurchrollte, sodass die Fahrt wesentlich ruhiger wurde.
Kurz vor Port Angeles riss der Himmel kurz auf und einige einzelne Sonnenstrahlen brachen durch die Wolken. Sie erleuchteten eine Wüste aus Wellen und fliegender Gischt, schön und gleichzeitig wild. Die Kämme der Wogen schienen im Licht von innen heraus zu leuchten, bevor sie aus den Sonnenflecken wieder in graue Dämmerung tauchten. Elly hatte so etwas bisher noch nie gesehen, denn sie war noch nie bei derartigem Wetter auf See gewesen, sie hatte höchstens am Ufer gestanden. Jetzt kam ihr die Schönheit dieses Augenblicks einfach unbeschreiblich vor und ihr Mund stand offen vor Staunen. „Ich fange an zu verstehen, warum du so gern hier draußen bist. Das, das ist einfach Wahnsinn.“ Elly hatte ihre Stimme zu einem Flüstern gesenkt und Glenda las ihre Worte mehr an ihren Lippen, als dass sie sie im Heulen des Windes hörte.
Als sie in den Hafen einliefen, stand Elly wieder an Deck. Anlegen traute sie sich bei diesem Wetter doch noch nicht zu, zumal es auch im Hafen recht rau war. Kurz sah sie sich um, wie immer um zu sehen, ob andere Leute auf den Stegen waren, doch sie waren allein. Nur oben in den Fenstern des Hafenlokals und in einem kleineren Gebäude daneben brannte Licht. Sie sah, dass einige Gestalten hinter den großen Scheiben aufstanden, wahrscheinlich neugierig, wer bei diesem Wetter hier ankam. Diesmal jedoch, war es ihr egal, ob sie jemand auf der alten Syra sah. Sie sah Glendas altes Schiff jetzt mit anderen Augen. Sie versuchte nicht länger, sie mit dem Schnellboot ihres Bruders zu vergleichen.
„Willst du gleich heute noch zu deiner Freundin oder morgen Vormittag? Ich muss ja ein wenig planen wann wir morgen losmachen. Überleg am besten mal, bis ich zurück bin.“ Damit nahm Glenda ihre Jacke und machte sich auf den Weg zum Hafenbüro. „Warte doch, ich komme mit.“ Eilig folgte Elly Glenda an Land. „Hast du alles richtig fest? Ich verlasse mich auf dich.“ Mit ernstem Gesicht wandte diese sich kurz um. „Ja klar, das kann ich mittlerweile.“ Überzeugt nickte Elly.
Die Köpfe gegen den Wind gesenkt eilten sie zu dem erleuchteten Gebäude hinüber. „Dass heute noch jemand kommt, ich dachte schon ich sitze hier heute ganz allein.“ Freundlich wurden sie von einem jungen Mann begrüßt. „Uns stört das Wetter nicht.“ Während sie kurz die Anmeldung ausfüllte plauderte Glenda kurz mit dem Hafenmeister. „Morgen soll es ja auch nicht viel besser sein aber wir sind trotzdem nach dem Frühstück wieder weg. Übermorgen muss ich wieder in Vancouver sein.“ Lächelnd reichte sie den Zettel über den Tisch. „Da haben sie ja einiges vor, aber ihr Boot scheint ja seegängig zu sein, wie ich gesehen habe.“ Glenda nickte nur. „Brauchen sie Lebensmittel? Ich fahre heute noch einkaufen.“ Der Hafenmeister reichte ihr ein leeres Blatt. „Ja gerne, ich schreibe ihnen ein paar Sachen auf.“ Elly stand derweil am Fenster und starrte hinaus in das graue Zwielicht. Irgendwann hatte sie keine Lust mehr auf Glenda zu warten und machte sich auf den Weg zurück zur Syra um sich für den Besuch bei ihrer Freundin umzuziehen.
Auf halbem Wege fiel ihr ein Boot auf, dass scheinbar Probleme hatte, denn es trieb, getrieben vom Wind immer weiter auf die steinerne Mole zu. Erst beim zweiten Blick erkannte sie die Syra. Erschrocken blieb sie stehen, Panik ergriff sie. Vor ihrem inneren Auge sah sie die Barkasse schon auf den aufgeschichteten Felsblöcken liegen. „Glenda bringt mich um.“ Gehetzt sah sie sich um, aber es war niemand da, der ihr helfen könnte, also zurück zum Büro.

Glenda überlegte in aller Ruhe, was sie für die nächsten Tage noch brauchen würden. Sie hatte bemerkt, dass Elly bereits gegangen war, aber das störte sie wenig. Viel mehr störte es sie, dass es ihr plötzlich schwerfiel, sich noch auf die Einkaufsliste zu konzentrieren. Irgendetwas schob sich immer wieder in ihre Gedanken und beunruhigte sie. Unruhig ging sie zum Fenster und im Gegensatz zu Elly brauchte sie keinen zweiten Blick um die Syra zu erkennen. Der Kugelschreiber fiel dort auf den Boden, wo sie gestanden hatte, dann rannte sie hinaus, als wäre ein Löwenrudel hinter ihr. Auf halbem Wege kam ihr Elly entgegen, aber sie bekam keine Gelegenheit Glenda anzusprechen, zu schnell war sie vorbei. Auf dem Absatz machte Elly kehrt um ihr nachzulaufen. Noch im Rennen entledigte Glenda sich ihrer Jacke, am Ende des Steges streifte sie auch die Schuhe ab und sprang ohne Zögern in die grauen Fluten. Sie wusste, dass sie eine reale Chance hatte ihre Syra vor dem Aufprall auf der Mole zu bewahren, wenn sie sie schnell genug erreichte.
Elly auf dem Steg konnte gar nicht hinsehen, sie trat nervös von einem Bein aufs andere, ging hin und her, ohne etwas tun zu können. Inzwischen hatte auch der Hafenmeister gesehen, was geschehen war. Keuchend kam er bei Elly an. „Wo ist sie?“ Suchend kniff er die Augen zusammen. Auch Elly hatte Glendas Kopf im schäumenden Wasser längst aus den Augen verloren und brauchte einen Moment, eher sie sie entdeckte, dicht am Heck der Syra. Erleichtert atmete Elly aus. „Das wars noch nicht.“
Draußen vor der Mole brauchte Glenda einige Versuche, ehe es ihr gelang, die unterste Stufe der Leiter am Heck zu fassen und sich an Deck zu ziehen. Keuchend blieb sie kurz stehen, bevor sie ans Steuer hastete.

„Oh bitte bitte benimm dich.“ Elly biss sich beim Zusehen nervös auf die Lippen. „Wie bitte.“ Kurz wandte der Hafenmeister den Blick vom Geschehen ab. „Ich hoffe nur sie springt beim ersten Mal an.“ Kritisch schaute der Mann nun auch wieder in Richtung Syra. In diesem Moment wusste nur Glenda, dass die Sorge der beiden unbegründet war. Ungeachtet ihrer sonstigen Gewohnheiten gab sie sofort Vollgas um ihre Barkasse auch gegen den Wind schnell zu wenden, weg von den Felsen der Mole. Glenda spürte, wie die Anspannung wich, gleichzeitig machte sie Platz für eine Welle der Wut.
Elly rannte voraus am Steg entlang zum Liegeplatz um beim Anlegen zu helfen, doch Glenda behandelte sie, als wäre sie Luft. Statt ihr die Leinen zu zuwerfen, sprang sie selbst an Land, machte fest und verschwand wieder an Bord. „Falls sie irgendwas brauchen, ich bin oben.“ Der Hafenmeister wandte sich zum Gehen. Elly blieb unschlüssig auf dem Steg zurück, sie ahnte, wie es in Glenda aussah und verstand sie auch.

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Mo 3. Apr 2017, 19:28
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...weiter.

„Sieh zu, dass du zu deiner Freundin kommst. Wir reden morgen wenn wir wieder auf See sind, jetzt habe ich viel zu viel Lust, dich über Bord zu werfen.“ Glenda hatte ihr die Worte zugerufen, ohne auch nur den Kopf aus der Tür zu ihrer Kajüte zu strecken. Seufzend stand Elly wieder auf, noch saß ihr der Schreck in den Knochen und nahm ihr die Lust, jetzt durch Regen und Wind zum Haus ihrer Freundin zu laufen, aber es war wohl besser, Glenda vorerst aus dem Weg zu gehen.

Eine halbe Stunde später stand sie nass und frierend vor Dianes Haus. „Um Himmels Willen was ist mit dir passiert?“ Ihre Freundin schlug erschrocken die Hände vor den Mund, als sie Elly so vor ihrer Tür stehen sah. „Komm erstmal rein, ich geb dir trockene Sachen.“ „Danke.“ Ohne ein weiteres Wort trat Elly an ihr vorbei in den Flur.
Kurz darauf saß sie in Dianes Bademantel auf dem Sofa und nippte an einem Glas warmer Milch. Ihre Freundin musterte sie dabei aufmerksam. „Was ist los mit dir, irgendwas bedrückt dich doch.“ Elly errötete unter dem forschenden Blick und es dauerte nicht lange, bis sie Diane die ganze Geschichte erzählt hatte. „Verdammt ich könnte es verstehen, wenn sie mich jetzt nicht mehr fahren lässt, dabei habe ich nur noch zwei Wochen bis zur Prüfung wenn wir zurück in Vancouver sind.“ Unglücklich stellte Elly ihr Glas ab. „Nun verzweifel mal nicht gleich. Nach dem was du mir bisher erzählt hast, ist diese Glenda zwar ein etwas seltsamer Mensch, aber im Stich lassen wird sie dich schon nicht, das passt nicht zu ihr, so wie du sie beschrieben hast.“ Diane legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Und jetzt gehen wir zusammen zum Hafen. Ich will diesen uralten Kahn über den du dich anfangs so aufgeregt hast auch mal sehen und bei der Gelegenheit kannst du dich gleich bei Glenda entschuldigen, ich vermute, das erwartet sie.“ „Da hast du wohl recht.“ Seufzend stand Elly auf und schlüpfte in ihre noch immer etwas feuchten Kleider.
Es war schon fast dunkel, als sie den Hafen erreichten, nur der Horizont glühte dort, wo die Wolken aufgerissen waren noch in sanftem rosa. Noch immer rauschte der Wind über sie hinweg, aber der Regen hatte aufgehört. Schon von weitem erkannte Elly die schlanke Gestalt, die auf der Reling am Bug der Syra saß, bewegungslos bis auf das Spiel ihres langen Haares im Wind. Ihre Schritte wurden zögerlicher, bis sie direkt vor der Barkasse ganz stehen blieb. „Hui.“ Diane pfiff leise durch die Zähne. „Ich hab ja nicht viel Ahnung und schaue da lieber von Weitem zu, aber ich verstehe nicht, warum du am Anfang so geschimpft hast. Die sieht doch gut aus.“ „Das weiß ich jetzt auch, der Tag heute hat mir da ein bisschen die Augen geöffnet. Kommst du mit an Bord?“ Bei ihrer Frage sah Elly aufmerksam zu der Gestalt am Bug, aber Glenda schien sie entweder wirklich noch nicht bemerkt zu haben, oder sie ignorierte sie einfach. „Mit ihr reden musst du schon allein. Du schaffst das schon.“ Damit verabschiedete sich Diane und verschwand in der Dämmerung. Elly blieb allein und unschlüssig auf dem Steg zurück. Sie wusste nicht, was sie Glenda sagen sollte, es war ihr Fehler gewesen und diese Frau hatte ohne Zögern ihr Leben riskiert, als sie ins Hafenbecken gesprungen war. Bei dem Gedanken daran kam ihr jede Entschuldigung schäbig vor.

Es dauerte eine Weile, ehe sie den nötigen Mut gesammelt hatte um zu Glenda nach vorn zu gehen. Auch als sie einen Schritt hinter ihr stehen blieb, wandte diese sich nicht um. Eine Weile folgte Elly schweigend Glendas Blick zum Horizont an dem langsam das letzte Licht verglomm. „Du bist vorhin einfach gesprungen, warum? Ich meine, du hättest dabei umkommen können.“ Elly hatte leise gesprochen und auch jetzt sah ihre Lehrmeisterin weiter unverwandt aufs Meer hinaus, trotzdem war sie sich sicher, dass sie sie gehört hatte. „Du würdest es doch nicht verstehen.“ Elly musste sich anstrengen um Glendas leise Worte zu verstehen. „Dann erkläre es mir bitte, ich bitte dich.“ Mit einem leisen Rascheln ihrer Kleidung glitt Glenda von der Reling und trat zu ihr. „Erklären kann ich es nicht, nur hoffen, dass du es spüren kannst. Mach deine Augen zu, aber versuche alles zu spüren, was um dich ist.“ Gehorsam schloss Elly die Augen, sie kam sich dabei zwar etwas albern vor, aber sie war froh, dass die erwartete Standpauke nicht gekommen war.
„Bitte altes Mädchen, lass es sie wissen.“ Glenda hatte die Worte nur gedacht und beobachtete Elly aufmerksam. Die riss plötzlich ungläubig die Augen auf. „Du veralberst mich doch.“ Sie wollte schon wütend werden, doch Glendas ernstes Gesicht erstickte all die Flüche, die sie hatte aussprechen wollen im Keim. „Jetzt weißt du, warum ich gesprungen bin und es immer wieder tun würde.“ Elly konnte noch immer nicht so recht glauben, was sie gerade erlebt hatte. Bestimmt hatten ihr nur ihre überreizten Nerven einen Streich gespielt und Glenda machte sich einen Spaß daraus sie auf diese Weise zu strafen. „Ich geh dann mal schlafen. Gute Nacht.“ So schnell sie konnte verschwand sie in ihrer Kajüte, doch schlafen konnte sie nicht. Sie hatte mit einem Schiff geredet. Mit aller Macht versuchte sie den Gedanken zu vertreiben, doch es ließ sie einfach nicht mehr los und irgendwie würde es ja doch die eine oder andere Merkwürdigkeit an Glenda erklären. Nun doch wieder neugierig schloss sie noch einmal die Augen und suchte nach der Präsenz, die sie vorhin gespürt hatte. Etwas erschrocken und ungläubig stellte sie fest, dass sie noch immer da war, jetzt so still wie ein tiefer Bergsee im Sommer, aber sie war da.
Irgendwann musste sie doch eingeschlafen sein, denn sie erwachte von Glendas Schritten an Deck. Sie beeilte sich, nach oben zu kommen. „Gut geschlafen?“ Auf dem Tisch stand bereits das Frühstück. Elly antwortete nur mit einem Grummeln. „Iss erstmal was. Ich weiß ja, dass du einiges zu verdauen hattest.“ Lächelnd reichte Glenda ihr ein Brötchen. Dankbar, dass sie kein Wort mehr über ihren Fehler von Gestern verlor, setzte Elly sich zu ihrer Lehrmeisterin. „Du bist noch nicht ganz im Reinen mit der Sache oder?“ Fragend sah Glenda sie von der Seite an. „Ich weiß, es ist ein bisschen seltsam am Anfang.“ Herzhaft biss sie in ihr Brötchen. „Woher wusstest du davon, wo hast du das gelernt?“ Elly hoffte ein bisschen, nun doch etwas mehr über Glendas Vergangenheit zu erfahren. „Ich konnte es irgendwie schon immer, ohne es wirklich zu wissen. Gesagt hat es mir erst ein alter Mann für den ich eine Zeit gearbeitet habe.“ Elly bemerkte den traurigen Unterton in Glendas Stimme. „Aber das war doch gut oder etwa nicht?“ „Schon, aber es ist schwer, wenn es einen zwingt Abschied zu nehmen.“ In Glendas Hals begann sich ein Kloß zu bilden. „Bitte, frag nicht danach, vielleicht an ein andermal.“ Abwehrend hob Glenda die Hand als Elly den Mund zur nächsten Frage öffnete.

Eine halbe Stunde später waren sie auf See. Elly stand am Ruder und gab sich Mühe den Kurs zu halten. Der Wind kam heute nicht gleichmäßig sondern frischte immer wieder zu starken Böen auf, die Elly immer wieder überraschten. „Lass sie dir doch helfen. Sie hat mehr Erfahrung als du.“ „Und wie?“ Ich kann ja schlecht die Augen zumachen. „Brauchst du auch nicht, höre ihr einfach zu, wie einem Gedanken.“ Elly nickte. Es dauerte einen Moment, ehe Elly die nötige Konzentration gefunden hatte. Sie sprach kein Wort aber Glenda wusste auch so, wann Elly es geschafft hatte, denn plötzlich erschrak sie nicht mehr, wenn eine neue Böe kam. Nach ein paar Minuten atmete Elly keuchend aus, sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie beinahe die ganze Zeit die Luft angehalten hatte. „Mann, das ist wahnsinnig anstrengend. Wie machst du das die ganze Zeit.“ Glenda lächelte. „Irgendwann kannst es einfach auch nebenbei, du musst dich eben erst daran gewöhnen, ganz abgesehen davon, dass du ihre Hilfe ja auch nicht ständig brauchst. Aber jetzt mach mal Pause.“ Glenda übernahm das Ruder und Elly ließ sich auf die Bank fallen.

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 17:23
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Für alle stillen Mitleser....falls es die noch gibt

Irgendwann klingelte Ellys Handy, sie hatte wenig Lust abzunehmen, aber auf dem Display erkannte sie die Nummer ihres Vaters, immerhin jemand, der nicht ewig telefonieren würde. „Ja Dad?“ Mit fragendem Unterton meldete sie sich. „Nichts weiter, ich wollte nur wissen, ob ich dich am Sonntag Abend abholen soll oder ob du mit dem Bus rauskommst?“ „Ähhm.“ Elly bemerkte erst jetzt, dass sie sich darüber noch gar keine Gedanken gemacht hatte. „Ich rede mal kurz mit Glenda dann ruf ich dich nochmal an ja?“ Schnell legte sie auf. „Grinsend wandte Glenda sich kurz zu ihr um. „Es ist schon gemein irgendwann in die Realität zurück zu müssen, ich weigere mich auch jedesmal so lange wie möglich. Mir ist jeder Sturm lieber als mein kleines Büro bei Rogan.“ „Jetzt muss ich trotzdem überlegen. Hast du schon eine Idee, wann wir Sonntag da sind? Mein Vater würde mich dann auch abholen.“ Elly beugte sich über Glendas Karten und versuchte in etwa eine Zeit zu schätzen, kam jedoch nicht wirklich zu einem Ergebnis. „Frag lieber deinen Vater ob ich eine Nacht bei eurem schicken Wasserskiverein liegen kann, dann bring ich dich nach Hause und fahre am Montag von da aus zur Arbeit.“ Glenda sah, dass bei Elly die Gefühle miteinander kämpften. „Natürlich nur wenn du dich mit mir und meinem alten Mädchen da sehen lassen willst.“ Mit verständnisvollem Blick sah Glenda sie prüfend an. „Das ist mir jetzt egal.“ Damit griff Elly wieder nach dem Telefon und rief ihren Vater an. „Kannst du meinem Bruder sagen, dass er heute Abend sein Boot innen festmacht? Glenda bringt mich heim, aber sie braucht über Nacht einen Liegeplatz und innen ist nicht genug Platz.“ Elly hörte wie ihr Vater die Treppen zum Bereich hinaufstieg in dem ihr Bruder wohnte. „He Marc, kannst du nach innen umlegen? Elly will mit Franks Freundin außen anlegen.“ Sie hörte ihren Bruder unwillig antworten. „Keine Sorge, notfalls mache ich das nachher schnell.“ , meldete sich die Stimme ihres Vaters. „Danke dann bis später.“ Elly legte ihr Handy weg und trat wieder neben Glenda. „Darf ich wieder fahren?“

Es war bereits später Nachmittag, als sie in die Bucht einfuhren, in der Ellys Elternhaus stand. Die kleine Steganlage gehörte dem Wassersportverein und Elly sah schon von Weitem, dass sie bereits erwartet wurden. Schnell wollte sie Glenda das Ruder übergeben, doch die schüttelte nur den Kopf. „In der Prüfung wird dir auch jemand beim Anlegen über die Schulter schauen, da kannst du mich auch nicht vorschieben.“ Aufmunternd nickte sie Elly zu. „Und denk immer daran, du bist nie allein.“ Damit verschwand sie nach draußen an Deck. Die Leine in der Hand blieb sie am Bug stehen, möglichst unauffällig gab sie Elly per Handzeichen Hilfestellung auch wenn sie sich sicher war, dass diese eigentlich unnötig waren. Als Elly die Syra nahe genug am Steg hatte, warf Glenda ihre Leine gekonnt über einen der hölzernen Poller und sprang dann selbst an Land um von Elly die zweite entgegen zu nehmen. Weder Ellys Vater noch ihr Bruder die auf dem Steg standen, kamen dazu sich nützlich zu machen.
Ellys Vater trat Glenda entgegen und reichte ihr die Hand, während sein Sohn etwas abseits stand und die Syra musterte. Einen Moment später kam auch Elly an Land. Glenda bemerkte, dass deren Hände noch zitterten, als diese sich kurz bei ihr abstützte. „Hast du doch gut gemacht.“ „Das stimmt.“ Ellys Vater umarmte seine Tochter. „Mir scheint du hast einiges gelernt.“ Erfreut über das Lob ihres Vaters begann Elly ausführlich zu berichten. Glenda nutze die Gelegenheit um unauffällig zurück an Bord zu gehen, sie wollte die Familie nicht stören. In aller Ruhe machte sie sich ans Aufräumen. Sie war früh genug fertig um noch etwas den Abend zu genießen, eigentlich wäre es Zeit zum Abendessen, doch sie verspürte keinen großen Hunger. Mit einer Schale voll Nüsse und einem Glas Wasser ließ sie sich am Bug nieder. Der Himmel war noch immer grau und tauchte die weite Bucht in dämmriges Zwielicht. Gedankenverloren beobachtete Glenda die schnell ziehenden Wolken, sie würde am Morgen früh aufstehen müssen um rechtzeitig auf Arbeit zu sein, doch das störte sie nicht weiter.

Etwas erhöht über der Bucht im Haus saß Ellys Familie im Wintergarten beim Abendessen. Elly ertappte sich immer wieder dabei, wie sie hinunter in die Bucht schaute um zu sehen, was an Bord der Syra geschah. „Warum hast du sie eigentlich nicht zum Essen eingeladen?“ Irgendwann waren Ellys Mutter die Verrenkungen ihrer Tochter zu viel. „Sie wäre doch nicht mitgekommen.“ Elly zuckte mit den Schultern.
Nach dem Essen schlenderte Elly in der Dunkelheit hinunter zur Syra um ihre Sachen zu holen. Rasche Schritte auf dem Kiesweg hinter ihr ließen sie kurz innehalten. „Warte kurz.“ Marc holte sie mit seinen langen Schritten rasch ein. „Was ist los mit dir? Bist du verhext worden?“ Er passte seine Schritte den ihren an. „Es ist kaum zwei Wochen her, da hast du dich über diese Frau und ihr Boot aufgeregt und geschimpft wie ein Rohrspatz und plötzlich findest du das alles klasse. Was ist los mit dir?“ Eine Weile blieb Elly stehen, denn sie überlegte wie viel sie ihrem Bruder erzählen wollte. „Ich habe ganz einfach erlebt, wie schön es da draußen ist und es mir wohl auf Dauer nicht reichen wird, hier in der Bucht meine Runden zu ziehen, egal wie schnell das auch sein mag.“ Marc schaute zu Boden, dann nickte er. „Wenn du meinst. Soll ich dir was mit rauftragen?“ Marc war stehen geblieben. „Ich hab nur eine Tasche, aber wenn du kurz mit an Bord kommen willst, Glenda hat bestimmt nichts dagegen.“ Ihr Bruder hob nur abwehrend die Hand. „Danke, mir reicht es, dass ich meine Vendetta wegen diesem Seelenverkäufer umlegen musste, da muss ich nicht auch noch an Bord.“ „Sei froh, dass Glenda das jetzt nicht gehört hat.“ Damit ging Elly einfach weiter. Sie hörte, wie sich die Schritte ihres Bruders entfernten. Nachdenklich ließ sie ihren Blick über die beiden Boote am Steg gleiten. Im Dämmerlicht waren kaum mehr als Schemen zu erkennen. Irgendwie taten ihr die Worte ihres Bruders weh, obwohl sie doch vor einigen Wochen noch selbst so gedacht hatte. „Manches Wissen hat die Fähigkeit alles zu verändern.“ Erschrocken wandte Elly sich um, sie hatte Glenda nicht kommen hören. „Ich dachte du wärst an Bord.“ „Hab einen kleinen Spaziergang gemacht.“ Glenda zuckte mit den Schultern. „Aber woher weist du was ich gedacht habe?“ Elly fühlte sich unbehaglich unter Glendas Blick. „Ich nicht.“ Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen sah sie zu ihrer Syra hinüber. „Und jetzt komm.“ Sanft griff Glenda nach Ellys Schulter.

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Re: Hoffnungshorizont - Eine etwas andere Geschichte
Verfasst: Fr 28. Jul 2017, 15:11
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Nächster Teil

Elly erwachte mit der ersten Morgendämmerung. Sie stand auf, trat ans Fenster und sah hinunter in die Bucht. Die Syra war bereits verschwunden, Glenda musste wirklich früh aufgebrochen sein. Müde kehrte sie ins Bett zurück, doch wie schon in der Nacht fand sie nicht wirklich zur Ruhe, zu viel war in der letzten Woche geschehen. Außerdem rückte ihre Prüfung nun unbarmherzig näher.

Eiligen Schrittes folgte Frank dem langen Gang in dem Glendas Büro lag, einen Blumenstrauß in der Hand. Überrascht blieb er stehen, als er einen Mann vor ihrer Bürotür stehen sah. „Wissen sie wo Miss Wilcox ist?“ Der andere sprach ihn ohne weitere Begrüßung an. „Sie kommt etwas später.“ Damit öffnete Frank dir Tür um Glenda die Blumen auf den Schreibtisch zu stellen. Ohne auf die Blickes des anderen zu achten schloss er das Büro wieder hinter sich ab. „Wollen sie bei mir Platz nehmen solange sie warten?“ Frank bedeutete dem Mann ihm zu folgen.
„Was wollen sie von Glenda wenn ich fragen darf?“ Er räumte einen Stapel Papier beiseite, damit der andere Platz nehmen konnte. „Rogan hat mich eingestellt, ich soll in Zukunft die Befrachtung übernehmen und sie soll mich einarbeiten. Ich bin übrigens Marco, Marco Dorset.“ „Hmmm, ach so.“ Frank versuchte seine Überraschung zu verbergen. Glenda wusste bestimmt noch nichts davon. Er konnte sich keinen rechten Reim darauf machen, warum sollte Rogan Glenda ersetzen wollen. Plötzlich fiel ihm sein Gespräch mit dem Reeder wieder ein. Natürlich, wie hatte er die Wind Cossac vergessen können.

Verwundert hielt Glenda mitten im Gehen inne, als die Frau hinter dem Tresen in der Eingangshalle zu sich heranwinkte. Mit fragendem Blick trat sie näher. „Der Chef würde sie gern sprechen. Ich soll sie hochschicken sobald sie da sind.“ Glenda nickte nur und machte sich auf den Weg.
Vor Rogans Bürotür hielt sie kurz inne und versuchte sich innerlich für das Kommende zu wappnen, was auch immer es sein mochte. Noch einmal atmete sie tief durch, dann klopfte sie an die Tür. „Kommen sie rein.“ Gedämpft drang die Stimme ihres Chefs durch die Tür. „Sie wollte mich sprechen?“ Leise schloss Glenda die Tür hinter sich und folgte Rogans Wink zu seinem Schreibtisch. „Guten Morgen, setzten sie sich besser. Ich habe ihnen etwas mitzuteilen.“ Einladend wies er auf einen Stuhl vor seinem Tisch. Erwartungsvoll nahm Glenda Platz. „Sie werden heute Marco Dorset treffen. Ich habe ihn eingestellt, damit er sobald es geht die Befrachtung übernimmt und ich möchte, dass sie ihn einarbeiten.“ Glenda klappte die Kinnlade herunter, wollte Rogan sie etwas ersetzen. „Erschrecken sie nicht, für sie habe ich eine andere Aufgabe.“ Aufmerksam musterte er sie. „Sie werden Anfang Juli nach Hamburg reisen, dort werden sie das Kommando über die Wind Cossac übernehmen.“ Einen Moment lang blieb Glenda wie versteinert sitzen. Zuletzt hatte sie kaum mehr daran geglaubt, je wieder ein Schiff unter sich zu haben. „Wirklich?“ So recht wusste sie nicht, was sie erwidern sollte. „Ja, sie werden allerdings nicht gleich in See stechen können. Das Schiff ist der Prototyp eines modernen Frachtseglers und befindet sich noch im Bau. Ich möchte dass sie in der letzten Bauphase dabei sind und sich mit allem vertraut machen.“ Rogan öffnete eine Mappe und schob ihr ein Bild hinüber. „Hui.“ Glenda pfiff leise durch die Zähne. Das Bild war am Computer entstanden und zeigte ein Schiff mit relativ flachem langen Rumpf, niedrigen Aufbauten und zwei Masten mit je einem großen mit Streben verstärkten Segel. „Ich bin mir sicher sie können damit umgehen.“ Rogan legte das Bild zurück in die Mappe. „Sobald feststeht wer die Mannschaft vervollständigt, gebe ich ihnen die Liste.“ Noch immer wie betäubt blieb Glenda noch einen Moment sitzen. „Habe ich sie überrascht?“ Rogans Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln. „Ja, das haben sie. Ich danke ihnen, dass sie mir diese Chance geben.“ Langsam hatte Glenda sich von ihrem Schreck erholt. „Gut, dann machen sie sich an die Arbeit, alles Weitere klären wir später, bis Juli ist noch Zeit.“ Damit wandte sich Rogan wieder anderen Aufgaben zu und Glenda verließ leise das Büro.

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