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"Geschichten" by Alpakaliebe
Verfasst: Mi 12. Jul 2017, 13:07
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Hey,
Hier möchte ich meine "Bücher"/"Geschichten" veröffentlichen. Sie werden immer kapitelweise veröffentlich, damit es schön spannend bleibt. Die erste Geschichte ist eigentlich keine, sondern stimmt eigentlich größtenteils mit geänderten Details. Meinungen und Änderungstipps gerne gesehen :)

Never give up - Schule ist nicht alles / Einleitung (629 Wörter)
Eventuell tw Trigger für nicht 100% stabile Personen

Tag ein, Tag aus. Immer war es dasselbe. Ich betrete das Schulgebäude um kurz vor sieben Uhr, gehe durch die noch menschenleeren Gänge in meinen Klassenraum und setze mich dort auf meinen Platz in der letzten Reihe. Gut 15 Minuten später treffen die ersten anderen ein. Das sind meist die beliebten Jungs. Ab da beginnt der Horror, schon wenn sie den Raum betreten. Sofort fangen sie mit ihren Worten an, nicht unbedingt böse, aber weh tun sie trotzdem. „Ah, der Emo ist auch schon da“, ist meist eine der ersten Aussagen frühmorgens. Dabei bin ich kein Emokind. Alles andere als das. Nur, weil man im Kopf nicht ganz gesund ist und irgendwie den Druck innendrin abbauen muss, ist man ein Emo? Sobald die Jungs kommen, versteckte ich mich hinter meinem Handy und ignoriere sie. Meist lese ich dann Berichte über Suizide, das Leben der Lokführer nach einem Personenunfall oder informiere mich über andere Dinge, die in diese Richtung gehen. Mein Plan in dieser Hinsicht ist schon komplett ausgereift, das alles steht fein säuberlich in meinem Tagebuch aufgeschrieben. Es fehlt nur noch ein bisschen Mut und der richtige Zeitpunkt. Kurze Zeit später, ungefähr um 7:40 Uhr, wenn die Mädchen und restlichen Jungen eintreffen, verlasse ich die Klasse. Jetzt mache ich mich auf den Weg zu meiner besten Freundin. Zumindest war sie das einmal. Sophie, so ihr Name, denkt noch immer, dass alles gut mit mir ist und ich langsam mein Leben wieder auf die Reihe bekomme. Ich kann mit ihr einfach nicht mehr reden. Schon alleine weil sie genug Probleme hat, da will und kann ich ihr meine nicht auch noch antun. Die einzige mit der ich reden kann ist sechs Jahre älter als ich. Diese Person, mittlerweile schon 20 Jahre alt, will nichts mehr hören. Klar, sie ist selbst psychisch krank. Andererseits müsste sie genau deswegen wissen, wie es ist, wenn man über etwas reden möchte, aber nicht kann, weil einem niemand zuhört. Ihr habe ich immer zugehört. Tag für Tag. Obwohl sie, die wie eine Schwester für mich war, oft nicht reden wollte und sich erst im Laufe eines Chats geöffnet hatte. Klar, meine „Ersatzschwester“ hat sich eindeutig mehr anhören müssen, da ich ausnahmslos immer über meine Probleme reden möchte. Stundenlang haben wir bis in die Nacht hinein geschrieben oder telefoniert. Aber irgendwann hat es einfach nicht mehr gepasst. Sie hat gesagt, sie will nicht mehr so mit mir schreiben. Wenn überhaupt nur noch oberflächlich. Das hat dann alles zerstört. Seitdem falle ich in ein immer größeres Loch. In der Schule komme kaum noch durch, die Referate habe ich alle nicht gehalten und die Aufsätze muss ich immer zweimal schreiben, da beim ersten Mal viel zu viel über Suizid vorkommt. Zurück zum Schulalltag. Bin ich dann bei Sophie, höre ich mir ihre Probleme an, gebe ihr ein paar gute Ratschläge und gehe anschließend zurück zu den Vollidioten. Meine Sitznachbarin, Karoline heißt sie, denkt auch, dass ich Menschen einfach nicht mag. So lässt sie mich den ganzen Tag in Ruhe und geht in den Pausen zu den „Coolen“. Die „Coolen“ sind alle außer mir und zwei anderen Mädchen. Nach der Schule gehe ich getrennt von den anderen zum Bahnhof und daheim heule ich wieder ein bisschen. Tag für Tag. Mehr passiert selten. Wobei, wir mal ein paar Menschen vollheulen und andere Dinge machen. Später liege ich noch lange wach, lese oder denke nach. Früher kam hier noch die Option des Chattens mit meiner „Schwester“ dazu. Das existiert ja nichtmehr. Nach der Schule, sie besuchte eine andere, gingen wir oft Eis essen und redeten dabei über alles. Nie sah ich das alles als selbstverständlich an, schon alleine weil sie so viel älter war. Immer bedankte ich mich bei ihr für alles.
Doch irgendwann wurde es mir dann einfach zu viel.


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