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Re: [RPG] Das Königreich von Arigondra | [E] Entführung S. 1
Verfasst: So 4. Feb 2018, 13:38
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WR: Kaspian(ID: 307588)
Oneiroi
Ein düsterer Nebel lag über dem ärmlichen Dorf; als hätte man einen Vorboten gesandt.
Die Fenster der Häuser waren verschlossen; mit Brettern zugenagelt. Keine Menschenseele auf den Wegen zu sehen. Die Nachricht hatte sich wohl verbreitet über die dunklen Kreaturen, die ihr Unwesen in den Wäldern trieben. Doch war die Gefahr schon viel näher, als sie glaubten zu wissen. Ein Schatten wandelte bereits unter ihnen.
Die Furcht der Menschen war zu riechen; der Geruch ihres Angstschweißes hing in der Luft, wie der der Blüten an einem Frühlingsmorgen. Nicht ganz so süß, aber doch umso verlockender.
Mir trieb es ein müdes Lächeln auf die Lippen, als ich so darüber nachdachte, wie diese Sterblichen dort saßen. Zusammengekauert hinter den Wänden; als hätten sie eine Chance sich vor uns zu verstecken, wenn wir sie finden wollten. Diese Menschen waren töricht; ließen sich von ihren Gefühlen leiten. Unterlegen - wie Kakerlaken einer Schuhsohle unterlegen waren.
Zu gern hätte ich mit ihnen gespielt; hätte ihnen langsam den Wahnsinn in die Augen getrieben. Doch blieb mir dieser Spaß verwehrt. Ich hatte einen Auftrag, eine Aufgabe: übermittelt vom Herren, von meinem Meister. Er hatte höchste Priorität, auch wenn es mir dieses kranke Verlangen in den Fingern kitzelte. Ein anderes Mal…, mahnte ich mich selbst, während mich meine Füße über den matschigen Weg trugen.
Ein Kind, nehmt ihnen die Kinder…, hallten mir des Teufels Worte durch den Kopf, als würde er sie mir jedes Mal erneut ins Ohr flüstern. Ein einfaches Kind würde nicht reichen; es hatte zu wenig Wert. Vielleicht nicht für seine Familie, aber für jeden anderen. Jeder wäre erleichtert gewesen, dass ihm nicht seines genommen wurde; täuschten den Betroffenen falsches Mitleid vor. Diese sterblichen Wesen waren leicht gestrickt, sie interessierten sich einzig und allein für sich. So war es immer schon gewesen und in Zukunft würde sich daran nichts ändern. Die Hölle füllte sich Tag um Tag mit verbitterten Seelen…
Vor dem weitaus größten Haus im Ort blieb ich stehen. Es war etwas in die Jahre gekommen, einige der Bretter waren bereits morsch. Aus dem Inneren waren Stimmen zu hören, leises Geflüster von ‚Alles wird gut.‘ und ‚Die Soldaten werden uns zur Hilfe eilen!‘. Wussten sie noch nicht, was dort draußen vor ihrer Haustüre lauerte. Der Ortsvorsteher war ein feiger Hund; schickte seine Männer hinaus in den Wald und suchte selbst Zuflucht im Busen seiner Frau.
Ein Kinderschluchzen zerriss die Stille. Die kleine Tochter, geliebt von jedermann in Rochdale. Hübsch, mit guten Manieren, hilfsbereit und zuvorkommend. Doch würde dies dem kleinen Menschenkind wohl zum Verhängnis werden. Ich wäre doch nicht so leichtfertig und wählte mir irgendein Opfer. Es musste wehtun; es musste die Angst in den Menschen schüren. Und was würden sie alle aufschreien, wenn es ausgerechnet das kleine Goldstück treffen würde - was eine Tragödie. Jeder würde um die Tochter des Ortsvorstehers trauern.
Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf meine Lippen, während ich mich auf den Treppenstufen vor dem Gebäude niederließ und die Kapuze tiefer über mein Haupt zog. Ich hätte diese ganze Unternehmung auch ohne fremde Hilfe durchziehen können… einen Menschen zu entführen - und dann auch noch ein Kind - war eine leichtere Aufgabe für einen Dämon. Doch waren die Lichtwesen wachsamer geworden; unterschätzen durfte man diese lästigen Insekten nicht. Sie tauchten in den letzten Wochen häufiger in Gruppen auf. Vier Augen sahen bekanntlich mehr als zwei. Eine Konfrontation mit mehreren Lichtwesen zu gewinnen, wäre kein Ding der Unmöglichkeit, wenn man nicht auf sich allein gestellt war. Und ich hasste nichts mehr, als dieses Versteckspiel. Der Herr hatte mir jemanden versprochen; jemand kompetentes. Keinen Klotz am Bein.

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x There’s no such place as Paradise. At the ends of the earth, there’s nothing at all. No matter how far you walk, the same road just keeps going on and on. x - Wolfs Rain


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Re: [RPG] Das Königreich von Arigondra | [E] Entführung S. 1
Verfasst: Di 6. Feb 2018, 20:00
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WR: Mini Malli(ID: 319228)
Joyce

Die Nacht lastete schwerer als jedes Gewicht auf meinen Schultern. Leise hallten meine Schritte in der schmalen Gasse wieder. Es war still, dunkel und kalt. Genau die richtige für Bösewichte. Was ich nun zu dieser Zeit hier trieb? Ich versuchte dazu zu gehören. So, wie es meine Eltern sich wünschten.
Nicht eine Kerze brannte in den Häusern, an denen ich vorbei lief. Alles war ruhig.
Angst und Ungeduld lagen in der Luft. Vereinzelt konnte man Schluchzer vernehmen.
Die Leute hatten Angst. Doch ich war mir sicher, sie wussten nicht einmal wovor. Sie sahen uns nie. Doch man hatte Verdacht geschöpft und Wesen des Lichts auf die Suche geschickt.
Und ich einfältiges Ding hatte nun auch noch einen Auftrag. Ich sollte ein Kind entführen.
Mit einem Mal war ich so zwiegespalten wie noch nie.
Ich sollte einer Mutter ihr eigen Fleisch und Blut entreisen um noch mehr Kummer und Angst zu säen.
Ich atmete tief ein. Ich musste mich nun wirklich konzentrieren...
Also lief ich zum Haus des Ortsvorstehers. Irgendjemand sollte mir bei dieser Mission helfen. Ich wusste nicht, ob mir wirklich noch zu helfen war, aber vielleicht konnte er mir wenigstens bei dieser Mission helfen...


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Re: [RPG] Das Königreich von Arigondra | [E] Entführung S. 1
Verfasst: Di 6. Feb 2018, 22:11
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WR: Quellwasser(ID: 184449)
Evelyn

Die Frau vor mir schien wenig beeindruckt. Schade, dabei hatte ich mir alle Mühe gegeben sie umzufliegen, wie sie so schön gesagt hatte. ,Interessanter Auftritt" kommentierte sie lediglich und musterte mich von oben bis unten, sah förmlich durch mich hindurch. Ich konnte ihr den Blick nicht verübeln, immerhin guckte ich sie bestimmt genauso an. Sie war das komplette Gegenteil von mir, so düster gekleidet und mir war klar dass sie das selbste von mir dachte. Nur in etwas hellerer Ausführung.
,,Du scheinst diejenige zu sein mit der ich diese Aufgabe bestreiten soll. Ich denke, das wird ganz interessant.." ,,Ganz offensichtlich. Ich hoffe einfach auf gute Teamarbeit." war meine Antwort, während ich sie beobachtete wie sie ihre große Kapuze vom Kopf schob und mir somit ihr Gesicht öffentlich präsentierte. ,,Und darauf, dass wir diese elendigen Dämonenviecher von hier verjagen - ein für alle Mal." fügte ich noch hinzu, mit gedämpfter Stimme und leicht aggressiven Unterton.

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Re: [RPG] Das Königreich von Arigondra | [E] Entführung S. 1
Verfasst: Sa 10. Feb 2018, 22:22
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WR: Kaspian(ID: 307588)
Oneiroi
Leise Schritte hallten in der Ferne wieder.
Einen Augenblick hielt ich noch inne, ehe ich mich von der Treppe auch schon wieder erhob. Es war soweit - endlich. Lange hatte ich auf so einen Moment gewartet, hatte meine Finger still gehalten… Doch nun war es an der Zeit von der Angst, der Menschen zu zehren. Neue Kraft zu erlangen. Eine Silhouette war in der Ferne zu erkennen. Ich bewegte mich nicht. Noch war derjenige zu weit entfernt, um sicher zu gehen, dass es sich um einen Verbündeten handelte. Die Lichtwesen waren durchaus schlau und in keiner Weise zu unterschätzen; ich machte mich also auf alles gefasst. Einem Kampf konnte ich mich hier auf offener Fläche nicht wirklich entziehen. Nicht jedes Lichtwesen ließ sich von einem Dämonen täuschen.
Doch je näher die Person zu mir trat, desto entspannter wurde meine Körperhaltung. Eine zierliche Gestalt; auch wenn ich nicht davon ausging, dass sie mir gefährlich werden würde, war es nie gut jemanden zu unterschätzen. So etwas konnte ziemlich leicht nach hinten losgehen.
Langes, blondes Haar. Ein unschuldiges Gesicht. Dunkelblaue Augen. Noch ein halbes Kind.
Ich konnte mir das leichte Schnauben einfach nicht verkneifen. Man hatte mir ein Kind geschickt, um ein Kind zu entführen. Es hätte mich durchaus besser treffen können, aber mein Meister würde sich schon etwas dabei gedacht haben, mir gerade diese halbe Portion als Hilfe geschickt zu haben. Vermutlich wäre ich alleine vielleicht besser dran gewesen. Wer wusste das schon...
In ihrem Blick lag Unsicherheit, sie hinterfragte etwas - kein guter Zeitpunkt. Für mich war es eine Leichtigkeit andere zu lesen; gerade dann, wenn sie es nicht versuchten vor mir zu verstecken. Dieser Tag würde böse enden, wenn das Ding nicht mit sich in Reinem war. Aber ich vertraute auf die Entscheidung meines Meisters … zunächst. Mir blieb auch nichts anderes übrig.
Einen Verbündeten zurückzulassen, wenn er zum Ballast wurde, war noch nie ein Problem für mich gewesen. Ob sie nun hübsch war oder nicht; ein großer Verlust wäre es für mich nicht.
„Alle Macht dem Teufel.“, begrüßte ich den Neuankömmling trocken. Von mir brauchte man keine Nettigkeiten erwarten. Keinen Small Talk. Sobald dieser Auftrag erledigt war, würden unsere Wege sich wieder trennen. Ob sie sich ein weiteres Mal schneiden würden, lag nicht in meiner Hand; das hatte ich nicht zu entscheiden. Ich hatte keine Entscheidungsgewalt über mein Leben, würde es nie haben; wollte es auch gar nicht. Alles was ist tat, tat ich für ein höheres Ziel. Mit einer flüssigen Bewegung zog ich mir die Kapuze vom Kopf; entblößte meine wahre Gestalt dem Mädchen vor mir. Ich wäre nicht so töricht und zeigte ihr meine menschliche Hülle. Man konnte sich nicht sicher sein, ob jemand die Seite wechselte. Da war es sicherer zu verbergen, wer ich unter diesen Sterblichen war. Und außerdem machte es nur halb so viel Spaß. Die Gesichter der Menschen, wenn sie Ram sahen - ihren größten Albtraum - war unbezahlbar.

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