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[Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefunden
Verfasst: Do 7. Sep 2017, 17:09
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WR: Esmeralda 3003(ID: 53856)
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Liebe Mitglieder,

heute startet die Abstimmung zum besten Text in diesem Schreibwettbewerb.
Wir wünschen jedem Teilnehmer viel Glück in einem fairen Wettkampf.


Bild Thema dieses WBW war: Gesucht und gefunden

Bild Definition:
  • Schreibt eine kurze Geschichte über das erste Treffen mit dem Traumpferd, dem Traumhund oder ähnlichem.
  • Schreibt den Text in der Ich-Form, um eure Gedanken/Gefühle gut ausdrücken zu können.
  • Lasst uns bei eurem verzaubernden Moment des ersten Kennenlernens teilhaben.
  • Der Text sollte 150 - 300 Wörter lang sein.


Bitte unbedingt die Regeln beachten
ERKLÄRUNG / REGELN / ABLAUF


Start der Abstimmung: bei Entsperrung
Ende der Abstimmung: 24.09.2017, 18.00 Uhr
Auswertung: am selben Tag oder 1-2 Tage später


Liebe Grüße und viel Erfolg,
das Mod-Team


Bild Auswertung
---folgt später---


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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Do 7. Sep 2017, 17:13
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WR: Esmeralda 3003(ID: 53856)
Bild Die Texte


1.)

An einem kühlen Dezemberabend stieg ich aufgeregt ins Auto und fuhr los. Zu der Stelle an der ich dich abholen sollte. Ich war ganz aufgeregt. Werden wir miteinander auskommen? Dann nach einer Viertelstunde Autofahrt stieg ich aus. Weiterhin aufgeregt lief ich zu dem vereinbarten Platz. Ein kleiner Vorgarten indem viele weitere Leute warteten. Lange habe ich auf dich gewartet. Aufgeregt und etwas nervös. Und dann war es soweit. Ein riesiger Transportwagen fuhr in den kleinen Hof hinein. Leute stiegen aus, öffneten den Transporter und holten kleine, schwach aussehende Hunde aus ihm heraus und riefen die Namen auf. Ich hörte viele Namen. Deinen jedoch erst nicht. Doch plötzlich rief die Frau endlich deinen Namen. Ich kam schnell auf sie und dich zu. Packte meine gekaufte Leine und ein Hundegeschirr aus meiner Tasche und band es um deinen mageren Bauch und deinen dünnen Hals. Ich schaute in deine Leuchtenden runden Augen. Ängstlich hattest du in meine Gesehen. Ich lief mit dir zum vorbereiteten Wassernapf. Immer hattest du mich angesehen. Du warst so wunderschön und doch so schwach. Eine lange Fahrt lag hinter dir. Und trotzdem warst du neugierig und brav. ,,Jetzt wird alles gut mein Freund.'', flüsterte ich zu dir. Dein Leben war hart gewesen, du hattest große Angst. Doch jetzt wird endlich alles gut. Wir liefen zurück zum Auto. Langsam trug ich dich hinein. Die ganze fahrt über warst du neben mir und ich neben dir. Nun endlich zu Hause angekommen, trug ich dich die Treppen hoch. Deinen leichten schwachen Körper. Der erste Blick in dein Neues Zuhause. Der erste Schritt hinein. Neugierig hattest du alles beschnupperst. Nun liefst du zu deinen vorbereiteten Platz, dein kleines Reich. Ich schaute dich den ganzen Abend lang an. Das ist nun fast 2 Jahre her. Du bist mein bester Freund geworden. Mein Traumhund.

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2.)

Trixie

Es war ein lauer Sommertag, als ich mit meiner Familie ins Tierheim fuhr. Ich war sechs Jahre alt und ziemlich aufgeregt. „Guten Tag. Wir hätten gerne den kleinsten Hund, den Sie haben.“, meinte meine Mutter mit dem Blick auf mich und meinen jüngeren Bruder. Mein Herz raste, als die Frau uns an den Zwingern vorbeiführte, vorbei an zerzausten riesigen Hunden, manche bellten und erschreckten mich leicht. Ich krallte mich an die Hand meiner Mutter. Sie drückte diese beruhigend und dann kamen wir beim letzten Zwinger an. Ein hellbrauner, etwas mehr als kniehoher Mischlingshund sprang aufgeregt bellend vor der Tür auf und ab und als die Tür geöffnet und die Leine angelegt waren schoss der Hund heraus. „Das ist Trixie, sie wurde ausgesetzt und kam dann hierher.“ Mehr hörte ich nicht mehr, da ich damit beschäftigt war, die Hündin zu betrachten. Sie war wunderschön, ein Mix, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Ihre Augen legten sich leuchtend braun auf mich und es war, als durchfahre mich ein Blitz. In diesem Moment wusste ich, dass sie die Richtige war. Also streckte ich meine Hand aus und streichelte ihr vorsichtig, leicht ängstlich über den Rücken. Sie fing an, wie wild mit dem Schwanz zu wedeln, dass ihr ganzer Körper anfing zu vibrieren. Ich lachte, als sie an mir hochsprang und ihre Vorderpfoten auf meine Oberschenkel legte, versuchte, mit ihrer Schnauze mein Gesicht zu erreichen. Die Dame vom Tierheim zog Trixie zurück und dann nahmen wir sie mit in ein neues, liebendes Zuhause, in dem sie viele glückliche Hundejahre erlebte, bis sie als Senior schließlich eingeschläfert werden musste. Doch sie wird immer in meinem Herzen weiterleben, denn dieser erste Moment bleibt mir wohl für immer in prägender Erinnerung. Diese besondere Hündin hat mir gezeigt, was es bedeutet zu lieben!

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3.)

Als ich dich zum ersten Mal sah, war der Schmerz über meinen Verlust noch groß. Ich sagte mir: „Keine weitere Katze mehr“, doch da warst du. Eingewickelt in einem Tuch, von der ersten Säuberung der Exkremente, die in deinem Fell hingen und Pfoten, Bauch und Beine verätzt hatten. Wochenlang wurdest du mit deinen Geschwistern in einem Hasenkäfig gehalten, da deine Mutter überfahren wurde. Es schnürte mir die Brust ein, ich hatte Tränen in den Augen. Das Bild bei Facebook hatte mich berührt. Ich wusste es sofort, du gehörst hierher. Ich zeigte dein Bild meinem Mann. „Das ist er“, flüsterte er ebenfalls mit Tränen in den Augen. Am nächsten Tag durften wir dich und dein einziges Geschwisterchen, die überlebt hatte, besuchen. Ihr wart noch in Quarantäne, Magen voller Würmer, Fell voller Flöhe und in einem furchtbaren Zustand. Deine hellen Schreie drangen durch den Raum. Verzweifelt, ängstlich. Wie konnte ein Mensch so etwas tun? Ich weiß es bis heute nicht. Aber sofort habe ich dich in mein Herz geschlossen. Für mich war klar, falls deine Schwester jemanden fand, würde ich dich zu mir nehmen. Ich hätte euch beide genommen, aber neben meiner anderen Katze wollte ich nicht noch 2 Katzen dazu holen. Man sagte mir, dass sie noch keine Zusagen machen würden, da noch nicht klar wäre, ob du überlebst. Aber ich wusste, dass du ein kleiner Kämpfer bist. So habe ich euch beide mindestens einmal in der Woche besucht. Wir haben gespielt, gekuschelt und getobt. Ihr seid gewachsen und habt allerlei Unsinn angestellt. Dein Spitzname dort war „Traktor“, weil du immer so laut geschnurrt hast. Das machst du auch gerade jetzt, auf meinem Schoß. Es ist bis heute nicht ganz einfach mit dir, da dir vieles fehlt, was dir eine Mutter beigebracht hätte. Und doch möchte ich dich nicht mehr hergeben.

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4.)

Bepackt mit zwei schweren Taschen stapfte ich durch den irischen Nieselregen, hinüber zum Steg an dem das Boot lag, welches für die nächsten Urlaubstage unser Zuhause sein sollte. Skeptisch betrachtete ich die Gowna. Sie war alt, der Rumpf war von den Zeugnissen bootsunerfahrener Touristen gezeichnet. Ich seufzte in mich hinein, irgendwie hatte ich mir unser Traumschiff für diesen Urlaub anders vorgestellt. Aber was ließ sich machen, ich brachte die Taschen an Bord und ließ mich zusammen mit meinem Mann an Deck nieder um auf die Einweisung zu warten. Diese fiel mehr als kurz aus, wir hatten beide einen Bootsführerschein.
Gutgelaunt bereiteten wir alles zur Abfahrt vor. Lange währte unsere gute Stimmung nicht, denn mehr als ein heiseres Husten konnten wir dem Motor nicht entlocken, also zurück zum Büro, warten auf den Verantwortlichen. Der half dann auch, startete die Maschine im Vollgas, die roten, mit Batterie beschrifteten Leuchten ignorierend. „Macht das einfach immer so.“ Damit verschwand er. Mit etwas flauem Gefühl in der Magengrube verließen wir den Hafen, den Shannon hinauf. Ich stand am Bug, rollte die Leinen auf und genoss den Blick über die Wiesen, so grün, wie es sie nur in Irland gab.
Die Tage vergingen, wir genossen Sonne und Wind, das leise Plätschern des Wassers am Rumpf, kämpften gegen Starkwind und Regen. Und mit jedem Tag, den uns die alte Gowna vorantrug fühlten wir uns wohler an Bord. Die anfängliche Skepsis verschwand und wir gewannen das alte Schiff lieb, das uns den ganzen Urlaub lang nicht im Stich lassen sollte.
Doch jeder Urlaub geht nun einmal zu Ende. Wehmütig sahen wir vom Land zurück zur Gowna. Wie gern hätten wir sie mit uns genommen. Nun würden andere auf ihr fahren, ob sie wohl gut auf sie achtgeben würden, so wie wir es getan hatten?

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5.)

Mi Lord, Trakehner
Ich habe dich nicht kommen sehen. Du standest einfach da, auf der Weide und hast, von den anderen Pferden entfernt, gegrast. Zunächst beachtete ich dich nicht besonders, denn du hast zu weit weg gestanden um dich näher betrachten zu können. Außerdem hatte ich mich noch um andere Pferde zu kümmern. Da warst du nun. Momel. Oder Mi Lord. Der neue am Stall. Ein wenig Zeit verging und es neckte mich dich dir näherkommen zu wollen. Also ging ich auf die Koppel und betrachtete dich.
Die Beine lang und gut bemuskelt, der Rumpf grazil doch trotzdem sportlich. Das Fell glänzt in der Sonne dunkelbraun. Der Bauch hebt sich mit einem hellen Nussbraun hervor. Ich komme dir näher und strecke dir meine Hand entgegen. Dein Hals beugt sich, dein Kopf senkt sich, um meine Hand näher zu beschnuppern. Es könnte sich ja etwas essbares darauf befinden. Nun hebe ich meine Hand, um das weiche Fell zu berühren und die im Wind wehende Mähne zu fühlen. Ich schaue dir in die Augen. So treu und klar. Der Kopf, so anders als man es sich bei dieser Rasse vorstellt. Lieblich und jung, mit einer kleinen Schramme über dem linken Auge. Ich drehe mich um und ducke mich unter dem Stromzaun hindurch. Morgen bringe ich dir auch einen Apfel mit.

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6.)

Es war ein ganz normaler Herbstmorgen. Dichter Nebel hing wie zäher Haferschleim auf den Wiesen und Feldern. Die Sonne hatte größte Mühe sich einen weg mit ihren wärmenden goldgelben Strahlen durch die dichten Wogen zu bahnen. Die Wiesen waren nass vom Nebel und vom Morgentau. Für mich konnte es keinen schöneren Tag geben, denn heute war der Tag gekommen, ich würde Probereiten fahren, ich würde mein erstes eigenes Pferd bekommen.
Die Fahrt kam mir vor wie eine Ewigkeit, bis wir an dem kleinen Reitstall ankamen. Vor dem alten Stallgebäude standen mehrere Pferde angebunden. Schneeweiße Schimmel, Rappen die so schwarz waren wie die Nacht und golden schimmernde Palominos. Doch meine Augen fielen auf eine unscheinbare etwas dürre Fuchsstute die abseits von den anderen angebunden stand. „Die da“ rief ich nur und rannte auch schon los. Der Stallbesitzer rief mir noch etwas hinterher, doch es interessierte mich nicht. Das war mein Traumpferd. Bis jetzt hatte ich nicht an die Liebe auf den ersten Blick geglaubt, doch heute war es um mich geschehen. Ich schlang meine Arme um ihren Hals und vergrub meine Nase in ihrem etwas zotteligen Fell. Ich sog tief ihren Geruch ein und streichelte sanft die rotbraunen Haare. Mir war vollkommen egal was die anderen sagten, ich wollte nur noch sie. Eigentlich hatte ich immer Füchse gehasst, ich hatte etwas besonderes haben wollen. Irgendetwas ausgefallenes wie einen Palomino oder einen Leuchtrappen hatte ich mir vorgestellt. Doch spätestens jetzt wo die Sonne endlich durch den Nebel hindurch brach und das Fell der Stute in einem rot-kupfernen Ton erstrahlen lies war es vollkommen um mich geschehen. Sie war mein Herzenspferd und würde es auch für immer bleiben.

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7.)

Ich war aufgeregt. Wir hatten alles für dich vorbereitet. Die Decken zurechtgelegt, frisches Wasser bereit gestellt. In einer kleinen Kiste, stapelten sich die Spielzeuge - Kauknochen, Gummibälle, ein paar Stofftiere. Es würde noch lange dauern, bis du damit spielen könntest. Aber wir wollten vorbereitet gewesen sein. In meinem dicken Wollkragen Pullover stand ich am Fenster und beobachtete die vorbeifahrenden Autos. Draußen wehte ein kalter Wind. Schon lange war es hier nicht mehr so ruhig gewesen. Bestimmt wäre mein Mann aufgeregt durch die ganze Wohnung gelaufen. Er hatte sich doch schon so lange auf dich gefreut, da warst du noch gar nicht geboren gewesen. Ihr hättet euch gut verstanden. Leider stand ich hier alleine, in einer leeren Wohnung, an der dunklen Scheibe. Bangend, hoffend. Die Kälte fraß sich in meine Knochen, legte sich um mein gebrochenes Herz. Drückte zu. Die Erinnerung an die Geschehnisse wurde von den quietschenden Reifen eines Vans verdrängt. Zum ersten Mal seit langem, spürte ich, wie ein Hauch von Wärme durch die Fensterscheibe schlug. Du warst so zerbrechlich. Sie trugen dich in eine Decke eingewickelt, ganz vorsichtig, bis zur meiner Haustür. Abgemagert warst du, ganz erschöpft von der Reise. Obwohl draußen die Sonne schien, war auch dir kalt. Ich spürte, wie mir die Tränen kamen. Hatten wir doch das gleiche Leid erlitten. Sie erklärten mir, wie ich dich zu pflegen hatte. Noch konntest du nicht wieder selber laufen, das Essen fiel dir schwer. Aber ich wusste, dass uns das Schicksal zusammengeführt hatte. Dass du das Licht warst, auf das ich sehnsüchtig gewartet hatte. Die ganzen Tage. Die letzten Jahre. Auf dich, meinen Traumhund.

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8.)

Seit einigen Jahren wohnte ich schon hier auf dem „Hof zur alten Mühle“ und lief tagtäglich im Schulbetrieb. Tag ein, tag aus trug ich Reiter unterschiedlichen Alters auf meinem Rücken durch die Bahn und sicher über Sprünge. Ich war ein sehr verlässliches Pony, deswegen war ich bei den Schülern sehr beliebt und musste meist vier, fünf oder manchmal sogar sechs Stunden durch die Halle laufen. Eigentlich störte mich dies nicht, wäre da nicht der schmerzende Sattel auf meinem Rücken. Doch eines Tages änderte sich in meinem Ponyleben alles. Plötzlich kam täglich eine junge Frau zu mir. Sie spritzte mir nach den Reitstunden die Beine ab, bürstete die juckenden Haare aus meinem Fell und spazierte mit mir durch die Gegend. Nie saß der Mensch auf meinem Rücken und dennoch-oder gerade deshalb, spürte ich bald eine tiefe Verbundenheit zu ihr. Einige Monate holte mich die Frau tagtäglich nach den Reitstunden ab, doch dann änderte sich die Situation. Eines Tages kam sie schon früh morgens und hatte einen großen, dunklen Wagen dabei. Ich glaube, die Menschen nennen es „Pferdehänger“. Mit viel Geduld beförderte mich die Frau in diesen Wagen. Ab diesem Ereignis war für mich alles anders. Ich stand plötzlich Tag und Nacht auf einer riesigen Wiese und ab und zu ging die Frau mit mir spazieren. Manchmal fragte ich mich, warum ich plötzlich nicht mehr arbeiten musste und was diese „Pension“ war.

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9.)

Ich betrat den Stall. Ich fühlte mich schon etwas komisch. Es herrschte großes Treiben, Pferde wurden gesattelt, Boxen ausgemistet und Sättel geputzt. Langsam ging ich voran. Nach vielen Jahren sog ich wieder diesen vertrauten Geruch ein. Ich schaute auf mein Handy, ich war 10 Minuten zu früh, also genug Zeit mich umzusehen. Erstmal wollte ich mir ein paar Pferde ansehen, also suchte ich die Stallgasse, die sehr leicht zu finden war. Ein wenig aufgeregt war ich schon, da ich vor zwei Jahren das letzte Mal geritten bin und nach dem ich heruntergefallen bin immer Angst hatte. Plötzlich hörte ich ein sehr lautes Wiehern, ich folgte dem Geräusch. Neugierig steckten ein paar Pferde die Köpfe aus ihren Boxen. Als ich plötzlich nach links schaute sah ich dich, du hattest so gewiehert. Deine wunderschönen, braunen Augen schauten mich liebevoll an und dein weißes Fell schimmerte leicht. Ich war wie gefesselt, der ganze Trubel um mich verschwand, da waren nur du und ich, mir war sofort klar, ich möchte nur auf dir reiten. Vorsichtig streichelte ich dich und sah wie du es genossen hast. Du hast deine Augen geschlossen und dein Atem ging ruhig. Es kam mir so vor, als würden wir uns ewig kennen. Nach 10 Minuten kam dann auch mein Reitlehrer, ihm war auch sofort klar, dass ich dich reiten wolle. Als ich auf dir saß, habe ich dann endlich wieder meine Liebe zu Pferden gespürt und mich getraut wieder zu galoppieren, es fühlte sich so gut an. Hätte mir jemand gesagt, dass ich jemals wieder galoppieren würde, hätte ich nur gelacht. Danke ,dass du mir meine Angst gekommen hast. Auch nach 3 Jahren, freut es mich immer wieder dich zu sehen und die Zeit mit dir zu genießen.
Ich liebe dich Cheetanah.

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10.)

Die Luft flimmert vor Hitze, sodass weit entfernte Punkte einem eine spiegelglatte Wasseroberfläche vortäuschen, nur um sich beim Näherkommen in simplen Staub zu verwandeln. Der alte, schwarze Wallach auf dem ich sitze, trottet langsam den durch dornigen Sträuchern führenden Pfad entlang und ich kann es ihm nicht verübeln. Auf einmal bleibt er wie in den Boden gestemmt stehen, weitet die Nüstern und spitzt witternd die Ohren. Ich sehe mich um und vermute einen Gabelbock, wie es sie hier oft gibt, doch dann höre ich es. Ein Stampfen, dann ein Schnauben. Es ist ein Pferd.
Aufgeregt spähe ich durch die Zweige, denn einen wilden Mustang sieht man hier nicht alle Tage. Plötzlich bewegt sich etwas neben mir und als ich herumfahre, sehe ich mich Auge in Auge mit einer flammend fuchsroten Stute die mich genauso anstarrt wie ich sie. Für ein paar Momente scheint die Zeit stillzustehen. Ihre großen, dunklen mustern mich abschätzend und ich hoffe nur die Prüfung, der sie mich unterzieht, zu bestehen. Auch ich lasse meinen Blick über ihr Fell wandern, unter dem stahlharte Muskeln spielen.
Nach einer kleinen Ewigkeit bricht sie den Blickkontakt und der magische Moment vergeht so unerwartet wie er gekommen ist. Mit einem feuerfarbenen Aufblitzen im Grün dreht sich die Stute und verschwindet raschelnd im dichten Gebüsch. Wie hypnotisiert starre ich die Blätter an, die von der Bewegung noch immer zittern.
Dann wende ich meinen Wallach und reite vollkommen in Gedanken versunken zurück. Ich habe so viele Fragen- Gehört die Stute jemanden? Und selbst wenn nicht- werde ich überhaupt jemals die Gelegenheit haben, mich auf ihren Rücken zu schwingen?
Nur einer Sache bin ich mir gewiss: Diese Stute und ich- wir sind füreinander bestimmt. Erst später stelle ich fest, wie schicksalhaft unsere Begegnung tatsächlich war.

-------

11.)

Seit Tagen konnte ich nachts kein Auge mehr zu machen. Wochenlang hatte ich sämtliche Reitermagazine und Internetseiten durchforstet, um nach meinem ersten eigenen Pferd zu suchen. Schließlich hatten mir meine Eltern versprochen, mir ein Pferd zu kaufen, sobald ich mit der Schule fertig bin. Wir hatten in der vergangenen Woche schon zwei andere Pferde angeschaut, welche mir jedoch nicht gefallen hatten. Doch Du warst von Anfang an mein Favorit und jetzt sollte ich Dich endlich kennen lernen. Der Besitzer, mit dem wir bereits im Vorfeld Bilder von Dir ausgetauscht hatten, empfing mich freudestrahlend. Er quatschte ein wenig über das Wetter und plötzlich stand ich vor einer Stallbox: Darin stand eine Stute. Nicht besonders hübsch und in meinen Augen viel zu klein für mich. Eigentlich hätte ich direkt wieder umdrehen und ins Auto steigen können. Doch plötzlich merkte ich, dass mich etwas von hinten anstubste und Sekundenbruchteile später hörte ich bereits ein sanftes Wiehern in meinem Nacken. Ich fuhr herum und fing an zu zittern. Der Besitzer trug Sattel, Trense und Putzzeug in den Händen und lachte fröhlich. Dann erklärte er mir, dass die Stute, die ich gerade angeschaut hatte, gar nicht das zum Verkauf stehende Pferd war. Sondern vielmehr das Pferd, welches mich gerade zu Tode erschreckt hatte. Doch ich konnte diesem Pferd nicht böse sein und wurde just in time von dir angestubst. Da wusste ich, dass wir beide zusammen gehören.
- Auch heute 5 Jahre später denke ich gerne an unser Kennenlernen und bin froh darüber, dass ich dich, eine Woche nach dem Probereiten sofort in meinem Stall willkommen heißen durfte.

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12.)

Drei Jahre nachdem unser Hund gestorben war, erzählte mein Onkel, dass seine Hündin geworfen hatte. Da wir es nicht mehr ohne Tier aushielten, stiegen meine Familie und ich ins Auto und fuhren zum Bauernhof meines Onkels. Schon als wir ausstiegen, hörten wir helles Bellen und der erste Blick in den Zwinger, ließ unsere Augen erleuchten. Sieben wunderschöne Welpen tummelten sich darin neben ihrer Mutter, einer hübscher als der andere. Natürlich durfte die Hundefamilie auch raus, damit wir die Kleinen begutachten konnten. Die Welpen tollten munter zwischen unseren Beinen, spielten und rauften und ich war sofort verliebt. Am liebsten hätte ich alle mit nach Hause genommen, jedoch sollte es bei einem Welpen bleiben. Nach kurzer Zeit kristallisierte sich heraus, dass einer der Rüden – ein Schwarzer mit braunen Beinen und Schnauze immer wieder neugierig zu uns kam und uns direkt ins Herz geschlossen hatte. Wir nahmen ihn schließlich mit nach Hause, sollte er unser neues Familienmitglied werden. Ein Name war schnell gefunden – Sam – doch hatten wir die Rechnung ohne unsere Oma gemacht. Da sie eine Katze besaß, war sie dagegen, den Hund zu behalten, wer solle denn den Kater übernehmen, sollte sie irgendwann sterben? Unter Tränen gaben wir den Welpen zurück zu unserem Onkel und es zogen fast zwei Wochen ins Land. Unser Herz hing an ihm, doch wollte meine Oma nichts hören. Eines Freitagnachmittags holte meine Mutter mich von der Schule ab und mein Vater lag im Garten auf dem Boden. Verwundert runzelte ich die Stirn, bis ich ihn schließlich entdeckte – Sam, unseren Welpen! Meine Großmutter hatte doch eingelenkt, hatte meine Mutter ihr die Umstände erzählt, unter denen er gerade lebte. Und wo er landen könnte… Als meine Eltern ihn holten, war nur noch er übrig – ein Zeichen des Schicksals, wenn ich das mal so sagen darf!

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13.)

Nachdem ich knapp dem Tod entgangen war, kam meine Mutter eine Wochen später in mein Zimmer und zeigte mir eine Anzeige in unserem Blättchen. „4-Jähriger Scheck-Wallach zu verkaufen. Nur Offenstallhaltung, da Kopper“ stand in der Anzeige. Ich sah meine Mutter ein wenig verwundert an. „Ruf an“, meinte sie und hielt mir das Telefon hin. Verwundert rief ich an. Ich unterhielt mich mit deiner Besitzerin und wir telefonierten recht lang. Am Wochenende wollten wir uns treffen. Mein Freund und ich fuhren am besagten Tag zu dir. Im Stall angekommen, hatten sie dich bereits vom Paddock geholt und schon begonnen dich fertig zu machen. „Darf ich helfen?“, fragte ich. Meine Frage wurde bejaht, daher putzte dich, sattelte und trenste dich anschließend. Danach führten wir dich auf den Reitplatz, wo du mir erst einmal vorgeritten wurdest. Währenddessen erzählte mir deine Besitzerin noch etwas über dich.

Ich hörte zu, konnte aber die Augen nicht mehr von dir lassen. „Willst du?“, fragte die junge Dame, die dich vorritt. „Klar, gerne“, antwortete ich. Also ging ich auf den Platz, stieg auf und fühlte mich gleich wohl auf dir. Du schnaubtest und gingst dann los. Es war ein tolles Gefühl. Ich drehte zunächst einige Runden im Schritt auf beiden Händen. „Darf ich ihn auch traben?“, fragte ich vorsichtig. Deine Besitzerin lächelte und nickte. Also gab ich Druck mit den Schenkeln und du trabtest unter mir. Wie typisch für einen Warmblüter hattest du einen recht schwungvollen Trab. Auch der eher ungewollte Galopp mit dir war herrlich. Ich saß strahlend auf dir. Mein Freund redete kurz mit deiner Besitzerin, dann folgte ein Handschlag. In diesem Moment fiel ich dir um den Hals. Denn ab diesem Zeitpunkt warst du mein Luke – mein erstes Pferd, mit dem ich so viel erlebt hatte und den ich nie vergessen werde.

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14.)

Ich weiß noch genau, dass ich damals genervt mit den Kopfhörern in den Ohren auf der Rückbank saß und Nightwish gehört habe, während wir zu der Tierrettungsstation fuhren, um einen der geretteten Hunde zu adoptieren. Meine kleine Schwester freute sich schon tierisch darauf, endlich ein Haustier zu bekommen, ich jedoch eher nicht. Klar, ich wollte auch einen Hund haben, aber einen aus der Tierrettungsstation? Nie im Leben, die waren doch eh alle bekloppt in der Birne.
Zumindest habe ich das immer geglaubt.
Heute, wo ich gerade neben dir und dem Tierarzt stehe und weinend darauf warte, dass die Spritze wirkt und dich von deinem Leid befreit, weiß ich, dass es anders ist. Mittlerweile weiß ich, dass du der beste Freund bist, den ich je hatte, auch wenn ich es in den letzten Jahren nicht einsehen wollte.
Auch nicht, als ich dich damals in dem Zwinger das erste Mal erblickte und wusste, dass du bei uns einziehen würdest, dass ich mir dies wünschte.
Von Anfang an, warst du hauptsächlich auf mich fixiert und hast meine Schwester damit eifersüchtig gemacht. Ich habe es bis heute nicht verstanden, wieso du ausgerechnet mich als dein Herrchen ausgesucht hast, obwohl ich dich oft nicht so behandelt habe, wie es dir gebührte. Anstatt dir zu sagen, wie sehr ich dich liebe – was ich im tiefen inneren meines harten Herzens tat - , zeigte ich dir meistens die kalte Schulter und reagierte immer genervt, wenn ich mit dir Gassi gehen musste. Dabei war das immer eine der schönen Aufgaben gewesen, denn es entspannte mich.
Und dann… wurdest du angefahren, liegst nun hier im Sterben. Während ich warte, dass du den ewigen Schlaf antrittst, streichele ich dich und flüstere dir zu, was ich schon längst hätte sagen sollen. „Ich liebe dich.“ Und dann warst du für immer fort.


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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Di 12. Sep 2017, 20:11
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WR: Ilenia2003(ID: 324801)
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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Di 12. Sep 2017, 20:59

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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Di 12. Sep 2017, 21:05
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WR: DarkArya(ID: 298782)
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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Mi 13. Sep 2017, 19:31
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WR: ScarletRose(ID: 351488)
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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Do 14. Sep 2017, 07:08

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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Do 14. Sep 2017, 14:01

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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Do 14. Sep 2017, 16:14
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WR: Ilja(ID: 258316)
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Hallöchen :D
Ich züchte Irish Tinker, Deutsche Reitponys und Hannoveraner. Die meisten Pferde sind bei einem entsprechenden Gebot verkäuflich. Immer auch mal wieder andere Rassen vorhanden.

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Re: [Abstimmung] Schreibwettbewerb August: Gesucht und gefun
Verfasst: Sa 16. Sep 2017, 19:41

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